Erzieherin Ausbildung: Voraussetzung

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Das Ziel: Eine Ausbildung zur Erzieherin! Doch welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden und welche persönlichen Eigenschaften sind für die Ausbildung wichtig?

Ausbildung zur Erzieherin: Situation auf dem Arbeitsmarkt für Erzieherinnen

Die Voraussetzung zur Ausbildung zur Erzieherin ist klar: Kinderliebe! Doch die allein ist nicht ausreichend, um auf dem umkämpften Arbeitsmarkt einen Job zu bekommen. Viel zu viele Bewerberinnen wollen die Ausbildung zur Erzieherin absolvieren und bringen auch die entsprechenden Voraussetzungen mit.

Es sind vor allem junge Frauen, die auf den Arbeitsmarkt drängen, doch gerade durch diese ergeben sich oft interessante Möglichkeiten. Denn viele von ihnen wollen ebenfalls ein Kind und fallen dann entsprechend in der Babypause aus. Durch die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin wird die Grundlage geschaffen, zum Beispiel eine Elternzeitvertretung zu übernehmen.

Die Nachfrage nach Erzieherinnen ist immer noch größer als das Angebot, was auch an dem seit 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder, die mind. ein Jahr alt sind, liegt. Die Ausbildung zur Erzieherin wird zudem aus dem Grund interessant, weil in den kommenden Jahren sehr viele Erzieherinnen in die Rente wechseln werden und der Bedarf dementsprechend größer wird. Eine augenscheinliche Anfragewelle durch momentan sehr viele Bewerber, die eine Ausbildung zur Erzieherin anstreben, dürfte damit kompensiert werden.

Nach der Ausbildung zur Erzieherin ist auch die Tätigkeit als Tagesmutter möglich, wofür jedoch bestimmte Auflagen durch die zuständigen Jugendämter zu erfüllen sind. (Foto: Shutterstock- _New Africa )

Nach der Ausbildung zur Erzieherin ist auch die Tätigkeit als Tagesmutter möglich, wofür jedoch bestimmte Auflagen durch die zuständigen Jugendämter zu erfüllen sind. (Foto: Shutterstock- _New Africa )

Ausbildung zur Erzieherin: Welche Arbeitsfelder sind möglich?

Ein Hinweis an dieser Stelle: Mit der Bezeichnung „Erzieherinnen“ sind in diesem Artikel auch alle männlichen Bewerber gemeint, der Einfachheit halber wird auf die Dopplung Erzieher und Erzieherinnen verzichtet.

Nach der Ausbildung zur Erzieherin stehen viele Berufsfelder offen, für die alle mit der Ausbildung die nötigen Voraussetzungen geschaffen wurden. Ob die Tätigkeit nun im Kindergarten oder in der Kleinkindbetreuung durchgeführt wird, ob eine Stelle als Hortbetreuer oder für Erzieherinnen in Heimen und Jugendeinrichtungen zu besetzen ist: Die Ausbildung bietet in jedem Fall die nötige fachliche Voraussetzung für vielfältige Aufgaben.

Selbst in Therapiezentren und Krankenhäusern ist Platz für Erzieherinnen nach einer entsprechenden Ausbildung. Eine andere Anlaufstelle für Bewerber sind Privathaushalte, die eine eigene Kinderbetreuung suchen.

Nach der Ausbildung zur Erzieherin ist auch die Tätigkeit als Tagesmutter möglich, wofür jedoch bestimmte Auflagen durch die zuständigen Jugendämter zu erfüllen sind.

Nach der Ausbildung zur Erzieherin stehen viele Berufsfelder offen, für die alle mit der Ausbildung die nötigen Voraussetzungen geschaffen wurden. (Foto: Shutterstock- Burdun Iliya)

Nach der Ausbildung zur Erzieherin stehen viele Berufsfelder offen, für die alle mit der Ausbildung die nötigen Voraussetzungen geschaffen wurden. (Foto: Shutterstock- Burdun Iliya)

Grundlegende Voraussetzungen für die Ausbildung zur Erzieherin

Bildung ist Ländersache, was sich auch auf die Voraussetzungen zur Ausbildung zur Erzieherin auswirkt. So manche Voraussetzung wird aber in allen Bundesländern geteilt:

  • Bewerber sollten kinderlieb sein und sich allgemein gern mit Menschen beschäftigen
  • gefordert wird soziale Kompetenz und Teamfähigkeit
  • hohes Maß an Einfühlungsvermögen ist gefragt
  • Interessenten sollten flexibel und reflexionsfähig sein
  • hohes Maß an psychischer Belastbarkeit muss vorhanden sein
  • körperliche Belastbarkeit muss gegeben sein
  • hohes Maß an Stressresistenz ist geforder
  • Wichtig zu wissen: Die duale Ausbildung zum Erzieher ist in Deutschland überall anerkannt.

    Das heißt, dass jemand mit einem entsprechenden Abschluss überall in Deutschland arbeiten kann und nicht an sein Bundesland gebunden ist, in dem die Ausbildung absolviert wurde. Gleichzeitig ist es möglich, eine berufsbegleitende Ausbildung zu tätigen. Diese findet in bestimmten Blöcken oder abends statt, sodass die Teilnehmer in der Lage sind, ihrem regulären Beruf weiterhin nachzugehen. Auch die berufsbegleitende Ausbildung bringt die nötigen Voraussetzungen für eine weitere Tätigkeit als Erzieherin in Deutschland.

    Wichtig zu wissen: Die duale Ausbildung zum Erzieher ist in Deutschland überall anerkannt. (Foto: Shutterstock: shutterstock-_Pixel-Shot  )

    Wichtig zu wissen: Die duale Ausbildung zum Erzieher ist in Deutschland überall anerkannt. (Foto: Shutterstock: shutterstock-_Pixel-Shot )

    Die folgende Tabelle zeigt die Voraussetzungen zur Ausbildung zur Erzieherin in den einzelnen Bundesländern:

    Bundesland

    Voraussetzung zur Ausbildung zur Erzieherin

    Baden-Württemberg

  • Realschulabschluss, Fachschulreife, Abitur
  • Abschluss des einjährigen Berufskollegs für Sozialpädagogik oder Abschluss einer zweijährigen Berufsausbildung in einschlägigem Bereich
  • Berücksichtigt werden Qualifikationen aus anderen Bundesländern
  • Schriftlicher Beleg über einschlägiges Praktikum
  • Auch Bewerber mit mind. dreijähriger Betreuung eines Kindes im eigenen Haushalt
  • Teilweise je nach Schule zusätzliche Nachweise zu erbringen
  • Bayern

  • Abgeschlossene Erstausbildung in Pflege, Pädagogik oder Reha
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung zur Erzieherin: abgeschlossene Berufsausbildung und Besuch eines sozialpädagogischen Seminars
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung: Abschluss des zweijährigen sozialpädagogischen Seminars
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung: Nachweis einer vierjährigen Berufstätigkeit
  • Berlin

  • Fachhochschulreife im Bereich Sozialwesen
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung zur Erzieherin: fachgebundene bzw. allgemeine Hochschulreife plus Praktikum in einschlägigem Bereich (mind. acht Wochen)
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung: mittlerer Schulabschluss plus berufliche Vorbildung (Erstausbildung in der Kinderpflege, Berufstätigkeit im sozialpädagogischen Bereich, Berufsabschluss nach dreijähriger Ausbildung, mind. vierjährige Berufserfahrung in einem anderen Bereich)
  • Brandenburg

  • Mittlerer Schulabschluss und einschlägige Erstausbildung
  • Ohne einschlägige Ausbildung Nachweis einer Tätigkeit, die inhaltlich relevant ist
  • Ausbildungsbegleitend kann die Fachhochschulreife abgelegt werden
  • Bremen

  • Fachoberschulreife mit mind. Deutschnote 3
  • Vorbildung von mind. einem Jahr im sozialpädagogischen Bereich
  • Alternative Voraussetzung: abgeschlossene Berufsausbildung
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung: Berufserfahrung von mind. zwei Jahren in einem einschlägigen Bereich oder fünf Jahre Berufserfahrung in einem Job, der für die Ausbildung zum Erzieher relevant ist
  • Gesundheitliche Eignung, Nachweis durch Attest
  • Nichtmuttersprachler: Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse
  • Hamburg

  • Fachoberschulreife und abgeschlossene Berufsausbildung von mind. zwei Jahren
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung:: Abschluss Berufsfachschule
  • Alternative Voraussetzung: dreijährige Tätigkeit in einschlägigem Bereich
  • Hessen

  • Mittlerer Schulabschluss und zweijährige Ausbildung zur staatlich geprüften Sozialassistentin oder gleichwertige Ausbildung
  • Anteilig anrechenbar sind Abschluss Sekundarstufe II, Fachhochschulreife, Au Pairs, Studienleistungen, Praktika in einschlägigen Einrichtungen, Betreuungstätigkeiten in Familien
  • Mecklenburg-Vorpommern

  • Mittlerer Schulabschluss und Ausbildung zur staatlich geprüften Sozialassistentin
  • Direkter Einstieg in das zweite Jahr der Ausbildung zur Sozialassistentin möglich, wenn Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife oder Berufsabschluss vorliegt
  • Niedersachsen

  • Abschluss als staatlich geprüfter Sozialassistent nach mittlerem Schulabschluss
  • Alternative Voraussetzung: einschlägige Berufserfahrung von mind. einem Jahr
  • Bestätigung des Arbeitgebers über die Eignung zum Erzieher/zur Erzieherin
  • Alternative Voraussetzung: Abschluss 12. Klasse Fachoberschule für „Gesundheit und Soziales“
  • Nordrhein-Westfalen

  • Fachoberschulreife, Realschulabschluss und einschlägige Berufsausbildung
  • Alternative Voraussetzung: Abschluss der höheren Berufsfachschule des Sozialwesens oder der Fachschule des Sozialwesens
  • Alternative Voraussetzung: Abitur und Nachweis von einschlägigen Erfahrungen durch Praktika
  • Vorlage des polizeilichen Führungszeugnisses
  • Rheinland-Pfalz

  • Mittlerer Schulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung zum Sozialassistenten
  • Alternative Voraussetzung: zweijährige Berufsausbildung in anerkanntem Ausbildungsberuf
  • Alternative Voraussetzung: Nachweis der Qualifikation durch Führens eines Haushaltes mit mind. einem minderjährigen Kind über mind. drei Jahre
  • Saarland

  • mittlerer Bildungsabschluss und einschlägige Berufsausbildung
  • Alternative Voraussetzung: mind. vier Jahre dauernde Berufstätigkeit in einschlägigem Bereich
  • Alternative Voraussetzung: sonstige praktische oder theoretische Qualifizierung, die als gleichwertig anerkannt ist
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung:: Praktikum von mind. einem Jahr in einschlägigem Bereich plus Vorbereitungskurs
  • Gesundheitliche Eignung
  • Sachsen

  • Mittlerer Schulabschluss und mind. zweijährige, erfolgreich abgeschlossene Erstausbildung in einschlägigem Bereich
  • Alternative Voraussetzung: zweijährige Ausbildung plus zweijährige Berufstätigkeit in einschlägigem Bereich
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung:: Nachweis über mind. siebenjährige pflegende oder erziehende Tätigkeit in Vollzeit
  • Nachweis deutscher Sprachkenntnisse für Nichtmuttersprachler und ohne deutsche Staatsangehörigkeit
  • Sachsen-Anhalt

  • Mittlerer Bildungsabschluss und mind. zweijährige Berufsausbildung in einschlägigem Bereich
  • Alternativ: Abschluss einer Berufsfachschule für Sozialwesen und mind. einjährige Tätigkeit in sozialpädagogischer Einrichtung
  • Alternativ: mind. vierjährige förderliche Tätigkeit
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung:: allgemeine Hochschulreife und einjährige Tätigkeit in einschlägigem Bereich
  • Schleswig-Holstein

  • Mittlerer Bildungsabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung oder Abschluss der Berufsfachschule
  • Alternativ: einschlägige Berufserfahrung von mind. fünf Jahren
  • Alternative Voraussetzung zur Ausbildung:: allgemeine Hochschulreife und Berufserfahrung in sozialpädagogischer Einrichtung
  • Thüringen

  • Fachoberschulreife und mind. zweijährige einschlägige Ausbildung in einschlägigem Bereich
  • Gesundheitliche Eignung
  • Die wichtigste Voraussetzung zur Ausbildung besteht darin, Kinder zu lieben und gern mit Menschen zu arbeiten.  (Foto: Shutterstock-  Robert Kneschke)

    Die wichtigste Voraussetzung zur Ausbildung besteht darin, Kinder zu lieben und gern mit Menschen zu arbeiten. (Foto: Shutterstock- Robert Kneschke)

    Erzieher Ausbildung Gehalt: Mehr Geld für Erzieherinnen?

    Die wichtigste Voraussetzung zur Ausbildung besteht darin, Kinder zu lieben und gern mit Menschen zu arbeiten. Davon wird aber niemand satt, daher spielt das Gehalt eine wichtige Rolle. Viele Bewerber wollen die Erzieher-Ausbildung verkürzen, damit sie so schnell wie möglich das nötige Geld verdienen, um finanziell über die Runden zu kommen. Immerhin bietet die duale Ausbildung zum Erzieher ebenso wie die berufsbegleitende Ausbildung die Möglichkeit, bereits bei der Ausbildung zur Erzieherin Geld zu verdienen.

    Für Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst gilt der TVöD-SuE, der ein Gehalt von 2.580 Euro brutto im Monat für Erzieherinnen, die gerade mit dem Job angefangen haben, vorsieht. Wer die Erzieher-Ausbildung verkürzen kann, kommt freilich schneller in den Genuss von mehr Geld.

    Mehr Gehalt gibt es vorgesehen nach fünf Jahren, dann steigt es auf rund 3030 Euro monatlich. Kirchliche Träger zahlen das Gehalt nicht nach TVöD-SuE, doch die Höhe des Gehalts orientiert sich daran. Das gilt auch für die Träger, die eigene Tarifverträge haben wie das Rote Kreuz oder die Lebenshilfe.

    Die Länder bieten darüber hinaus einen zweiten Tarifvertrag, den TV-L, nach dem neue Erzieherinnen entlohnt werden. Das Gehalt ist hierbei allerdings niedriger und stellt damit die Voraussetzung für künftige Streiks in den Kitas dar. Denn genau damit reagieren Erzieherinnen und haben das Vorgehen Anfang 2017 in Berlin bereits eindrucksvoll präsentiert. Plötzlich standen die Eltern vor verschlossenen Kita-Türen

    Wer die Erzieher-Ausbildung verkürzen möchte, reduziert diese meist von zwei auf eineinhalb Jahre, es handelt sich dennoch um eine duale Ausbildung zum Erzieher. Jede geforderte Voraussetzung zur Ausbildung muss dennoch erfüllt werden.
    Dennoch bekommen nicht alle Erzieherinnen den Tariflohn gezahlt, daher gestaltet sich das Gehalt immer unterschiedlich und es können keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden. Es wird aber davon ausgegangen, dass durch die „Voraussetzung Tarifvertrag“ monatlich knapp 10 Prozent mehr Gehalt möglich sind.

    Eine Kluft stellt sich außerdem zwischen Ost- und Westdeutschland dar, denn im Osten des Landes wird zwar jede Voraussetzung zur Ausbildung erfüllt, dennoch ist das Gehalt rund 300 Euro im Monat geringer. Was Erzieher verdienen, hängt also nicht nur von der Tätigkeit, sondern auch vom Ort der Berufsausübung ab.

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    Über Rebecca Liebig

    Rebecca Liebig

    Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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