Motivation ist nicht schwer: Wie Lehrer das Lernen anregen

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Jedes fünfte deutsche Kind hat Schwierigkeiten, Lerninhalte aus dem Unterricht zu behalten und zu verinnerlichen. Oftmals liegt dies nicht an den Kindern selbst, sondern an der Aufbereitung des Unterrichtsstoffs. Kleine Tricks helfen, die Kleinen tiefgehend zu motivieren, um so sowohl in der Schule als auch zuhause zum Lernen anzuregen.

Die tägliche Herausforderung für Lehrer

Mit den Gedanken ganz woanders! Wer kennt das nicht, dass Kinder und Jugendliche einfach mal abdriften. Ob zuhause bei den Hausaufgaben oder beim abendlichen Essen am Tisch – oftmals schweifen die Gedanken der Sprösslinge spürbar ab. Vor allem in der Schule im Unterricht ist dies eine große Herausforderung für die Lehrer. Hier gilt es stets, die Kinder zu motivieren und die Stunde interessant zu gestalten, um die volle Aufmerksamkeit der Klasse zu erhalten. Nur wer ganz dabei ist, kann die anspruchsvollen Lerninhalte schnell begreifen und schließlich auch verinnerlichen.

Doch die Kinder zu motivieren ist nicht immer leicht:
Die Lehrbedingungen haben sich innerhalb der letzten fünfzehn Jahre stark verändert.

Während früher noch der Fokus auf kleinen Klassen und individueller Lernatmosphäre lag, stehen die Lehrer heute häufig vor einer riesigen Anzahl Schüler. Eine Stunde, in der mehr als 30 Schüler in der Klasse sitzen, ist keine Seltenheit mehr – und hier fehlt es definitiv an der individuellen Betreuung der Kinder.

Dennoch kann die gesamte Klassensituation in einer positiven Weise beeinflusst werden, was letztendlich auch die Lernatmosphäre verbessert. Motivierte Schüler kommen gerne in den Unterricht, nehmen mehr mit und behalten die Lehrinhalte besser im Kopf.

Manchmal geht es einfach nicht anders: Doch Frontalunterricht langweilt meistens - deshalb immer Abwechslung in den Unterricht bringen. (#01)

Manchmal geht es einfach nicht anders: Doch Frontalunterricht langweilt meistens – deshalb immer Abwechslung in den Unterricht bringen. (#01)

Tipp 1: Den Blick für die Digitalisierung nicht verlieren

Laut der jährlichen Erhebung zur Onlinenutzung der öffentlich-rechtlichen Sender sind in Deutschland 100 Prozent der 14 bis19 Jahre alten Nutzer online. Kein Wunder, schließlich sind die Kinder und Jugendlichen mit dem Internet 2.0, Handy und Tablet aufgewachsen. Der Griff zum mobilen Gerät am Morgen oder die Recherche für Referate am Nachmittag: Das Internet ist für die Digital Natives sowohl in der Freizeit als auch im schulischen Bereich ein vielgenutztes Mittel.

Aus diesem Grund gilt es gerade für Lehrer, das Potential der neuen Medien zu nutzen und die Schüler zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet anzuregen. Vielmals sind junge Leute vor allem hinsichtlich des Datenschutzes im Web fitter als ältere Nutzer. Jedoch sollten die Schüler vor allem für die Informationsbeschaffung via Internet sensibilisiert werden.

Während Wikipedia und Co in Mittelschule, Realschule und den unteren Stufen des Gymnasiums noch legitime Informationsquellen sind, gelten in den oberen Stufen des Gymnasiums andere Regeln: Hier wird mehr Wert auf Wissenschaftlichkeit gelegt. Dies kann Wikipedia als freies Informationsportal nicht gewährleisten.

Im Gesamten sollten sich Lehrer nicht vor der Digitalisierung verschließen. Das Internet ist für Kinder und Jugendliche der heutigen Zeit ein unverzichtbares Medium, das sich auch positiv auf das Schulleben niederschlägt. Durch das Internet ist es beispielsweise viel einfacher geworden, Informationen für ein Referat zusammen zu tragen. Die Recherchearbeit im Web soll die Schüler in erster Linie dazu anregen, selbst nach weiteren Informationen zu suchen. Konkrete Arbeitsaufträge helfen den Kindern und Jugendlichen dabei, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren und die Recherche im Internet zu spezifizieren.

Die Integration der modernen Medien in den Schulalltag – sei es durch die Webrecherche oder das Vorführen eines Youtube-Clips im Unterricht – motiviert die Schüler nachweislich: Die Lehrkraft verdeutlicht durch den Einsatz der vielfältigen Möglichkeiten des Internets zum einen die eigene Fortschrittlichkeit und zum anderen die Akzeptanz der Bedürfnisse der Schüler. Kinder und Jugendliche, die sich und ihre Wünsche ernst genommen fühlen, arbeiten besser mit und bleiben im Unterricht am Ball. Anregende Möglichkeiten sind auch weiterführende Lernplattformen im Web, bei denen die Schüler ihr Wissen testen und festigen können.

Tipp 2: Die Abwechslung macht’s!

Wer an die eigene Schulzeit zurückdenkt, kann sich garantiert an diesen einen Lehrer erinnern, bei dem Stunde gleich ablief. Genau das ist kontraproduktiv, wenn es ums Thema Motivation geht. Abwechslungsreiche Arbeitsaufträge, der Wechsel von Frontalunterricht zu Gruppenarbeit und verschiedenartige Impulse sind unerlässlich, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu bekommen.

Auch hier muss der Aspekt der Digitalisierung wieder in Erwägung gezogen werden: Ob Smartphone, Spielekonsole oder Internet – die Freizeitbeschäftigung der Schüler ist vielmals von den modernen Medien geprägt. Zwar ist es absolut motivierend für die Kinder und Jugendlichen, wenn im Unterricht ebenfalls digitale Medien zum Einsatz kommen, dennoch sollte auch hier auf Abwechslung gesetzt werden. Traditionelle Exkursionen, Recherchearbeiten in der Bibliothek oder spannende Ausflüge in die freie Natur sind tolle Optionen, um den Schülern eine abwechslungsreiche Lernatmosphäre zu bieten. Diese motiviert und variiert den Schulalltag.

Gruppenarbeit ist viel beliebter bei den Schülern. Kaum ist das Projekt begonnen, sprudeln nur so die Ideen. (#02)

Gruppenarbeit ist viel beliebter bei den Schülern. Kaum ist das Projekt begonnen, sprudeln nur so die Ideen. (#02)

Tipp 3: Mehr Motivation durch Wertschätzung und Lob

Schüler, die sich selbst positiv wahrnehmen, gehen in der Regel lieber zur Schule, melden sich häufiger für Wortbeiträge und fügen sich insgesamt besser in die Klassengemeinschaft ein. Die positive Eigenwahrnehmung der Kinder und Jugendlichen zu fördern liegt in erster Linie beim Lehrer. Vor allem Belohnungssysteme haben sich als gute Möglichkeit etabliert, um den Schülern positives Feedback zu geben und sie im Allgemeinen in ihrer Mitarbeit zu bestärken.

Gute Arbeit sollte belohnt werden: Besonders bei jüngeren Schülern in der Grundschule sind Stempel mit lustigen Motiven unter einem gelungenen Hefteintrag eine positive Rückmeldung für die Schüler. Doch auch ältere Kinder und Jugendliche freuen sich über Lob und kleine Extras zur Belohnung.

Lehrer, die Wertschätzung gegenüber ihren Schülern zeigen, profitieren in der Regel von einem besseren Klassenklima. Zum einen fühlen sich die Kinder besser und arbeiten motivierter mit, zum anderen gehen die Schüler auch untereinander respektvoller um. Wer Wertschätzung vorgelebt bekommt, kann diese selbst besser umsetzen und anderen zuteil kommen lassen.

Tipp 4: Auch in stressigen Zeiten das Individuum fördern

Die Lehrsituation an Schulen wird stetig anspruchsvoller und vor allem die enormen Klassengrößen machen es nicht leicht, jeden Schüler individuell zu fördern. Mangelnde Zeit für den einzelnen Schüler ist das Resultat der Integration zusätzlicher Lerninhalte in den Lehrplan. Dennoch sollte nach Möglichkeit versucht werden, ein differenziertes Arbeiten der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Vor allem im Hinblick auf leistungsstarke und -schwache Schüler ist es von Vorteil, bei Freiarbeit die Materialien anzupassen. Optionale Zusatzaufträge für besonders gute Schüler ermöglichen ihnen, ihr Wissen im jeweiligen Themengebiet zusätzlich zu vertiefen. Durch die Zusatzarbeit werden starke Schüler gefördert und langweilen sich nicht. Währenddessen kann die Lehrkraft gezielt auf die schwächeren Schüler eingehen und ihnen hilfreich unter die Arme greifen. Eine differenzierte Planung des Unterrichts und spezifische Materialien ermöglichen auch in stressigen Zeiten eine besondere Unterstützung der Schüler, die im Umkehrschluss für mehr Motivation sorgt.

Tipp 5: Erfolgreiche Kooperation mit den Eltern

Um die Motivation der Schüler richtig fördern zu können, ist es auch wichtig, mehr über die Kinder und Jugendlichen zu erfahren. Vor allem die Eltern sind maßgeblich dafür verantwortlich, wie der Tagesablauf eines Kindes aussieht und mit welchen Aktivitäten das Kind seine Freizeit verbringt. Aus diesem Grund ist vor allem der Dialog mit den Eltern ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Kinder besser einschätzen zu können und sie so im Unterricht zu begeistern.

Neben den regulären Elternsprechtagen empfiehlt es sich auch, die Eltern zu bestärken, die Sprechstunde aufzusuchen. Hier kann neben schulischen Themen auch Privates besprochen werden, das dem Lehrer hilft, gezielt auf seine Schüler eingehen zu können. Die Kooperation mit den Eltern ist ebenso wie der respektvolle Umgang mit den Schülern die Grundlage für einen erfolgreichen Unterricht. Die Schüler zu motivieren und ihnen wichtiges Wissen und Softskills zu vermitteln, ist oftmals eine Herausforderung, die sich aber mit Fingerspitzengefühl erfolgreich bewältigen lässt.


Bildnachweise: © Fotolia Titelbild:  ellisia – #01 drubig-photo -#02 Christian Schwier

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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