Blutzuckerwerte und Fettsucht: Das sollten Sie wissen

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Den Begriff Blutzuckerwert bringen die meisten von uns wahrscheinlich zunächst einmal mit der Krankheit „Diabetes“ in Verbindung. Doch auch die Fettsucht, auch Adipositas genannt, und Übergewicht im Allgemeinen stehen eng mit den Blutzuckerwerten im Zusammenhang. Nachfolgend erhalten Sie alle Informationen zur Fettsucht und wie diese mit dem Blutzuckerwert in Verbindung steht.

Thema Blutzuckerwert und Fettsucht: Begriffserklärungen

Unter dem Begriff „Blutzucker“ versteht man die Konzentration von Glukose im Blut. Der Blutzuckerwert wird dabei meist in mg/dl oder in mmol/l angegeben. Ein normaler Blutzuckerwert bei einem gesunden Menschen liegt bei 60 bis 110 mg/dl, wobei dieser Wert nach der Einnahme einer Mahlzeit auch nach oben hin abweichen kann. Dann kann der Blutzuckerwert bei bis zu 140 mg/dl liegen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der in direktem Zusammenhang mit Fettsucht und dem Blutzuckerwert steht, ist der BMI, also der „Body-Mass-Index“. Der BMI bezeichnet das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Liegt der BMI zwischen 18,5 und 25 so ist eine Person normalgewichtig. Ab einem Wert von 25 spricht man bereits von Übergewicht und ab einem Body-Mass-Index von 30 sogar von Adipositas, also Fettsucht. Das andere Extrem wäre ein Untergewicht, welches bei einem BMI von 18,5 oder weniger besteht.

Im Zusammenhang mit dem Blutzuckerwert ist auch das Cholesterin nicht irrelevant. Cholesterin ist eine Art der Blutfette, die der Körper unter anderem selbst bildet, zusätzlich aber auch durch die Nahrung aufgenommen werden können. Bei erhöhten LDL-Cholesterinwerten kann es zu Gefäßschädigungen kommen. Meistens liegt auch ein Problem mit dem Cholesterinspiegel vor, wenn durch zu hohe Blutzuckerwerte Fettsucht diagnostiziert wird.

Blutzuckerwerte, Fettsucht und Übergewicht: Gründe und Ursachen

Als häufigste Ursache für Übergewicht gelten Stoffwechselstörungen, die meistens schleichend beginnen und vom Betroffenen erst spät wahrgenommen werden. Unter anderem wurden bei Untersuchungen aber auch Entzündungsreaktionen als mögliche Ursachen für eine Fettsucht verzeichnet. Das rührt daher, dass die Fettzellen diverse Botenstoffe bilden, unter anderem Interleukin-6, TNF-alpha und Leptin. Diese Botenstoffe regen die Leber an, Entzündungsproteine zu produzieren. Schlussendlich bedeutet das: Je höher das Körpergewicht steigt, desto höher steigt der Entzündungszustand im Körper.

Zusätzlich zu den Entzündungsreaktionen im Körper können auch Nahrungsmittelallergien kommen, die diese Reaktionen noch verstärken. Der Körper bildet lgG-Antikörper, die in großen Mengen dafür sorgen, dass TNF-alpha ausgeschüttet wird. Das wiederum wird von den Rezeptoren gebunden, die normalerweise das Insulin binden sollen und somit für die Regulation des Blutzuckerwertes verantwortlich sind. Die Zellen werden also schlechter mit Energie versorgt und der Blutzucker demnach nur noch eingeschränkt oder sogar gar nicht mehr in die Zellen transportiert. Folgen können diese Probleme sein:

  1. Zucker wird in Fett umgewandelt
    Da der Zucker nicht abtransportiert werden kann und folglich im Blut bleibt, steigen die Blutzuckerwerte deutlich an. Die Leber muss den Blutzucker verarbeiten und wandelt in vorrangig in Fettsäuren um. Da die Rezeptoren für Insulin bereits blockiert sind, wird immer mehr Insulin ausgeschüttet – ein Teufelskreis. Die Fettsäuren werden durch das Insulin wieder in Blutzucker umgewandelt, die Energie aus den Fettzellen kann der Körper also nicht nutzen. In diesem Moment kann durch eine Messung der Blutzuckerwerte schon Fettsucht festgestellt werden.
  2. Der Energieverbrauch sinkt
    Durch die Unterversorgung der Zellen, haben diese weniger Energie zur Verfügung. Das hat zur Folge, dass der Körper seinen Grundumsatz reduziert, um Energie einzusparen. Jede Zelle reduziert also seine Aktivität, so dass der Körper weniger Energie verbraucht. Wenn jetzt aber durch Nahrung viel mehr Energie aufgenommen wird, als der Körper verbrauchen kann, steigt das Körpergewicht des Betroffenen rasant an.

Blutzuckerwerte: Fettsucht und Normalzustand

Um eine Fettsucht oder Übergewicht durch die Blutzuckerwerte einordnen zu können, müssen wir uns erst einmal anschauen, wie sich die normalen Blutzuckerwerte gestalten. Bei einem gesunden Menschen sollten die Werte im nüchternen Zustand unter 100 mg/dl bzw. 5,6 mmol/l betragen. Bei einer Diabetes finden wir Blutzuckerwerte von über 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l vor. Dazwischen gibt es noch die gestörte Glukosetoleranz, also sozusagen der gelbe Bereich, wo die Blutzuckerwerte zwischen 100 und 125 mg/dl bzw. zwischen 5,6 und 6,9 mmol/l liegen. Anhand dieser Referenzwerte kann man nun also durch die Blutzuckerwerte Fettsucht oder Übergewicht analysieren. Übergewichtige Menschen haben in der Regel nämlich deutlich höhere Blutzuckerwerte vorzuweisen.

Blutzuckerwerte: Mögliche Folgeerkrankungen durch Fettsucht

Menschen, die übergewichtig sind, haben ohne Zweifel ein deutlich höheres Risiko für Folgeerkrankungen, die wir im Folgenden näher erläutern werden:

  1. Diabetes mellitus durch Fettsucht
    Wer sich unbedacht und ungesund ernährt, nimmt durch die Nahrung viel Zucker auf. Das bedeutet, es herrscht ein ständiges Überangebot an Glukose im Körper. Der Insulinspiegel ist also dauerhaft erhöht und die Sensibilität der Insulinrezeptoren sinkt dadurch deutlich. Zugleich sinkt auch die Anzahl der Insulinrezeptoren. Das Insulin schafft es nicht mehr, den Blutzuckerwert zu senken und damit den Glukoseüberschuss zu reduzieren. So herrscht im Körper ständig ein Mangel an Insulin, den der Körper mit der Produktion von neuem Insulin versucht, auszugleichen. Die Folge ist, dass die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse überfordert sind und nach einiger Zeit erschöpft sein werden. Aus dieser Problematik bildet sich in den meisten Fällen ein Diabetes mellitus vom Typ ll heraus.
  2. Veränderungen im Fettstoffwechsel durch Übergewicht
    Bei einer übergewichtigen Person steigt die Konzentration von LDL an. Es ist also besonders viel Cholesterin im Körper vorhanden und kann dazu führen, dass die Blutgefäßwände beschädigt werden. Eine mögliche Folge ist die Arteriosklerose. Umgekehrt heißt das aber auch, dass HDL sinkt und dadurch das Cholesterin nicht mehr oder nur unzureichend aus der Leber hinaus transportiert werden kann. Zudem steigt der Anteil der Triglyceride im Blut und neben dem Blutzuckerwert steigt auch der Blutfettwert, weshalb eine sogenannte Fettleber entstehen kann.
  3. Fettsucht durch hohen Blutzuckerwert: Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Wer übergewichtig ist, ist nicht automatisch fettsüchtig, aber Menschen mit Fettsucht leiden logischerweise auch an Übergewicht. Von einem Übergewicht rutscht man allerdings schnell in eine Fettsucht hinein, was eine starke Belastung für das Herz-Kreislauf-System darstellt. Bluthochdruck, ein Schlaganfall oder Erkrankungen des Herzens können die Folge sein.
  4. Lungenerkrankungen durch Übergewicht und Blutzuckerwerte
    Auch das Risiko für Lungenerkrankungen steigt bei Menschen mit Fettsucht oder Übergewicht deutlich an. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die großen Fettansammlungen im Körper die Atmung behindern und eine Kurzatmigkeit entsteht, die zu einem chronischen Sauerstoffmangel führen kann. Oft tritt auch das Schlaf-Apnoe-Syndrom auf, wobei der Atemrythmus nachts sogar kurzzeitig komplett aussetzt. Personen, die an diesem Syndrom leiden, sind am Tag oft müde, antriebslos und abgeschlagen.
  5. Blutzuckerwerte: Tumorerkrankungen bei Fettsucht
    Untersuchungen zeigten, dass bei Menschen mit Fettsucht und Adipositas ein höheres Risiko für Tumorerkrankungen vorliegt. Vor allem betroffen sind hier der Darm, die Prostata, die Gebärmutter, die Niere oder auch die Brust. Vermutlich hängt dies mit dem gestörten Stoffwechsel zusammen, der die Entstehung von Tumoren eventuell begünstigt.
  6. Magen-Darm-Erkrankungen bei Fettsucht und erhöhten Blutzuckerwerten
    Wenn gestiegene Blutzuckerwerte auf eine Fettsucht oder Übergewicht hindeuten, ist Vorsicht geboten, denn dies kann auch Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben. Häufig ereilen Menschen mit Adipositas und Fettsucht auch Erkrankungen der Gallenwege, Entzündungen der Gallenblase oder gar Gallensteine.

Was tun bei Fettsucht durch Blutzuckerwerte?

Bei wem durch eine Messung der Blutzuckerwerte Fettsucht und Adipositas festgestellt wurde, sollte schnell handeln, bevor weitere Folgeerkrankungen, wie oben aufgeführt, auftreten. An erster Stelle steht eine Ernährungsumstellung. Zudem sollten Betroffene ihren Lebensstil überdenken und versuchen, mehr Sport und Bewegung allgemein in ihren Alltag zu integrieren. Das können schon kleine Veränderungen sein, wie zum Beispiel, einfach mal das Fahrrad zu nehmen oder zu Fuß zu gehen, anstatt mit dem Auto zu fahren. Eine Ernährungsumstellung ist ebenfalls ein wichtiger Schritt bei der Heilung einer Fettsucht. Informationen zur Fettsucht und wie man aus dem Teufelskreis herauskommt, erhalten Betroffene von ihrem Arzt oder auch bei einem Psychotherapeuten. Wenn durch die Messung der Blutzuckerwerte Fettsucht diagnostiziert wurde, sollte eine dauerhafte Änderung der Lebensweise angestrebt werden.

Weiterführende Informationen zur Fettsucht und Blutzuckerwerten

Wenn Sie weitere Informationen zur Fettsucht, deren Behandlung und dem Zusammenhang zu den Blutzuckerwerten wünschen, können Sie auf den folgenden Seiten nützliche Erklärungen und Ausführungen zu diesen Themen erhalten:


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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