Wenn Oma und Opa mehr Nähe zur Familie wünschen

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Mehrgenerationenhäuser haben Zukunft: Immer häufiger leben die Großeltern mit bei der „jungen Familie“. Das bedeutet für alle Beteiligten eine gewisse Entlastung, wenn die Chemie stimmt.

Oma und Opa werden älter: Und dann?

Vater, Mutter, Kinder, das ist die klassische Familie, die gemeinsam in einem Haus oder einer Wohnung lebt. Doch der Trend geht wieder zum Mehrgenerationenhaus: Oma und Opa sind dann gleich nebenan. Bei einer perfekten Planung wohnt die Familie im Eigenheim und die Großeltern ziehen in die Einliegerwohnung. Auch andere Lösungen sind möglich, bei denen beide Parteien in Mietwohnungen leben, die nur wenige hundert Meter auseinander liegen.

Bis zu einem gewissen Alter sind Oma und Opa gerne dazu bereit, auf die Kinder aufzupassen; später verschiebt sich die Fürsorge und die jungen Leute kümmern sich ein wenig um die ältere Generation. Genau diese Entwicklung ist es, die den Wunsch nach größerer Nähe aufkommen lässt. Die Älteren fühlen sich nicht so allein und erhalten etwas Hilfe durch die Jüngeren. So können alle ein wenig aufeinander aufpassen.

Video: 4-Generationen-Haus

Familiäre Beziehungen stärken

Gerade wenn Oma und Opa nur einen oder zwei Enkel haben, entsteht oft eine starke Bindung. Die Großeltern sind wichtige Bezugspersonen für die Enkel, und zwar nicht nur, solange die Kinder noch klein sind. Gerade in der Pubertät, wenn es zwischen Eltern und Kindern manchmal Probleme gibt, können die Großeltern die aufkommenden Probleme mit etwas mehr Abstand betrachten und helfen.

Wenn die Generationen in verschiedenen Städten wohnen, trifft man sich nicht so häufig. Das macht es den Großeltern schwerer, den Kindern beim Heranwachsen zuzusehen. Sie vermissen die junge Familie, vor allem, wenn sie selbst nicht mehr so mobil sind. Wenn Oma und Opa schließlich in Rente gehen, haben sie mehr Freizeit: Dann besuchen sie die junge Familie öfters, doch das ist nicht das gleiche wie in der gleichen Stadt zu wohnen.

Anstatt immer Termine absprechen zu müssen, kann man durch die Nähe einfach mal vorbeischauen: Wenn es nicht passt, spüren das die Familienmitglieder; in anderen Situationen ist es sehr hilfreich, wenn zum Beispiel die Oma als Babysitter zur Verfügung steht oder wenn jemand krank ist.

Durch ihre Jobs sind die jungen Eltern meistens ortsgebunden, darum sind es üblicherweise die Großeltern, die sich im Rentenalter umorientieren und nach einer Wohnung suchen. (#01)

Durch ihre Jobs sind die jungen Eltern meistens ortsgebunden, darum sind es üblicherweise die Großeltern, die sich im Rentenalter umorientieren und nach einer Wohnung suchen. (#01)

Eine Wohnung für Oma und Opa finden

Durch ihre Jobs sind die jungen Eltern meistens ortsgebunden, darum sind es üblicherweise die Großeltern, die sich im Rentenalter umorientieren und nach einer Wohnung suchen. Wer nicht gerade ein Haus mit Einliegerwohnung hat, der muss seinen Eltern dabei helfen, ein geeignetes Objekt zu finden. In beliebten Städten ist das nicht einfach, trotzdem will man natürlich – wenn die Großeltern schon „nach nebenan“ ziehen möchten, nur wenig Kompromisse machen.

Bei der Immobiliensuche sind viele Dinge zu beachten, vor allem die Folgenden:

  • Die neue Wohnung sollte das Budget nicht sprengen,
  • sie muss genügend Platz bieten,
  • die Infrastruktur (Geschäfte, Apotheken, Ärzte) ist gerade für Senioren ein wichtiger Faktor,
  • eventuell lohnt sich eine barrierefreie Wohnung,
  • die Immobilie selbst und auch die Umgebung müssen den Großeltern gefallen.
Irgendwann hat man die richtige Wohnung gefunden, bei der die Lage, die Größe und der Schnitt passen. Wenn die Großeltern damit zufrieden sind, unterschreiben sie den Mietvertrag und der Umzug beginnt. Möglicherweise liegt das Objekt sogar in der gleichen Straße oder im gleichen Mehrfamilienhaus. (#02)

Irgendwann hat man die richtige Wohnung gefunden, bei der die Lage, die Größe und der Schnitt passen. Wenn die Großeltern damit zufrieden sind, unterschreiben sie den Mietvertrag und der Umzug beginnt. Möglicherweise liegt das Objekt sogar in der gleichen Straße oder im gleichen Mehrfamilienhaus. (#02)

Die perfekte Wohnung für Oma und Opa

Irgendwann hat man die richtige Wohnung gefunden, bei der die Lage, die Größe und der Schnitt passen. Wenn die Großeltern damit zufrieden sind, unterschreiben sie den Mietvertrag und der Umzug beginnt. Möglicherweise liegt das Objekt sogar in der gleichen Straße oder im gleichen Mehrfamilienhaus. Wobei manche Familien sich eine kleine Entfernung wünschen, um sich nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen.

Nach Möglichkeit sollte die alte Wohnung zum gleichen Zeitpunkt gekündigt oder verkauft werden, sodass nicht zu viel Geld für doppelte Miete verloren geht. Abhängig von dem Modernisierungsgrad der neuen Wohnung ist eventuell eine Renovierung nötig: Auch diese muss rechtzeitig erledigt sein, damit es nicht zu Terminproblemen kommt. Bei solchen Aktionen arbeitet im Optimalfall die ganze Familie zusammen: So lassen sich die anstehenden Projekte schneller erledigen.

Familien mit Kindern freuen sich, wenn die Großeltern die Kleinen mal aus der Schule abholen. (#03)

Familien mit Kindern freuen sich, wenn die Großeltern die Kleinen mal aus der Schule abholen. (#03)

Ein Blick in die Zukunft

Familien mit Kindern freuen sich, wenn die Großeltern die Kleinen mal aus der Schule abholen oder bei besonderen Festen dabei sind: Das funktioniert aber nur, wenn die Entfernung nicht zu groß ist. Doch nicht immer wohnen die Generationen nahe beieinander: Es gibt viele Familien, bei denen die Großeltern in der Heimatstadt bleiben, während der Nachwuchs durch die Ausbildung, die berufliche Entwicklung und die Bekanntschaften immer weiter weg gezogen ist. Bis zu 100 oder 200 km ist die Distanz noch locker zu bewältigen, doch ab 300 km dauert die Fahrt schon länger und man muss dementsprechend besser planen.

Senioren, die allmählich weniger mobil werden, möchten eine solche Entfernung am liebsten dauerhaft verringern. Es fällt jedoch nicht ganz leicht, im Alter die Verbindungen zur Heimatstadt zu kappen und umzuziehen. Um so wichtiger ist es, einen solchen Umzug genau zu überlegen und zu planen.

Wegen der stärkeren Einschränkungen im Alter möchten auch die jungen Leute schneller bei ihren Eltern sein können. Dabei geht es nicht nur um Besuche, sondern auch um die alltäglichen Hilfestellungen:

  • Den Großeinkauf erledigen,
  • Unterstützung im Haushalt,
  • Vorlesen,
  • gemeinsame Spaziergänge.

Video: Was macht das Leben im Alter besonders?

Der Alltag im Alter

Die Sorge, dass die Großeltern irgendwann pflegebedürftig werden, taucht im Zusammenhang mit den Überlegungen zur Wohnsituation immer wieder auf. Manche Menschen fühlen sich noch mit über 80 fit und sind sehr aktiv, andere bekommen schon vor dem siebten Lebensjahrzehnt immer mehr Schwierigkeiten bei den alltäglichen Handhabungen und hoffen auf Unterstützung von ihren erwachsenen Kindern.

Wenn es um die Pflege von Senioren geht, sollte man jedoch nicht zu blauäugig an das Thema herangehen. Selbst für diejenigen, die ihre Eltern lieben und die ausreichend Zeit für die Betreuung haben, bedeutet die alltägliche Pflege eine große Belastung. Einmal im Monat etwas gründlicher durchputzen oder die Einkäufe erledigen, das sind dabei noch die kleineren Probleme. Für eine intensive Pflege und den zeitintensiven Haushalt lohnt es sich hingegen, sich an eine professionelle Seniorenbetreuung zu wenden.

Der eigene Haushalt wird Oma und Opa zu viel?

Wenn den Großeltern die Instandhaltung der eigenen, möglicherweise großen Wohnung zu viel wird, dann ist es Zeit, umzudenken. Ein Umzug ins Seniorenheim ist jedoch für viele nicht vorstellbar. Die jüngeren Generationen möchten auf keinen Fall die älteren Angehörigen „abschieben“ und die Senioren wünschen sich weiterhin viel Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln.

In einem Mehrgenerationenhaus haben die Parteien häufig ihre eigenen Rückzugszonen. Gleichzeitig besteht eine enge Verbindung zwischen den Bewohnern, die sich austauschen können und nie alleine fühlen. Gegenseitige Hilfe ist im Allgemeinen eine Selbstverständlichkeit.
Falls der Aufwand irgendwann auch die Kräfte der jüngeren Angehörigen übersteigt, kann man sich an eine Vermittlung von Pflegekräften wenden. Zum Teil findet man hier auch eine Unterstützung für den Haushalt. Die seriösen Anbieter sorgen für eine ideale Abstimmung der Leistungen auf den individuellen Fall.

Gerade bei der Seniorenpflege ist es wichtig, dass eine gute Vertrauensbasis aufgebaut wird. Daher kann man bei vielen Anbietern für Seniorenpflege, Betreuung und Haushaltsunterstützung problemlos um Ersatz bitten, falls es zu Missverständnissen kommt.

Bei der Veränderung der Altersstruktur ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen über das Konzept des Mehrgenerationenhauses nachdenken. (#04)

Bei der Veränderung der Altersstruktur ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen über das Konzept des Mehrgenerationenhauses nachdenken. (#04)

Altersruhesitz und Mehrgenerationenhaus: Steuerliche Aspekte

Bei der Veränderung der Altersstruktur ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen über das Konzept des Mehrgenerationenhauses nachdenken. Inzwischen gibt es immer mehr solcher Einrichtungen. Teilweise handelt es sich um soziale Projekte, doch auch im privaten Bereich hört man häufiger, dass sich das Familienbild verändert. Laut einer Meinungsumfrage ist die Haltung gegenüber das generationsübergreifende Zusammenleben sehr positiv: Rund 50 % der deutschen Bürger könnten sich laut eigener Aussage mit der Idee anfreunden, im Rentenalter zusammen mit den Kindern in einem Haus zu wohnen.

Diese Art Wohngemeinschaft bietet, wie bereits beschrieben, gleich mehrere Vorteile im alltäglichen Leben. Wenn man geschickt vorgeht, ist es außerdem möglich, mit dem Modell des Mehrgenerationenhauses von steuerlichen Vergünstigungen zu profitieren. Das funktioniert besonders gut, wenn eine Immobilie von der zweiten Generation gekauft und komplett oder in Form einer Einliegerwohnung an die Senioren vermietet wird. Durch eine solche Vermietung lassen sich die Kosten für die Anschaffung und Renovierungsarbeiten steuerlich absetzen. Das Mehrgenerationenhaus ist somit ein interessantes Steuersparmodell.

Manche Senioren fühlen sich bei einem solchen Modell etwas unwohl, denn sie möchten lieber selbst ihren Altersruhesitz kaufen. Doch wenn sich alle in der Familie gut verstehen, sollte es keine Streitigkeiten in Bezug auf den „offiziellen Teil“ geben. Die Verantwortung wird üblicherweise auf alle Beteiligten aufgeteilt, sodass die Parteien abgesichert sind.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Photobac -#01: wavebreakmedia -#02: Ruslan Guzov-#03: Liderina-#04: Syda Productions

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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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