Schlaf gut: Einschlaftipps für Babys und Kleinkinder

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Schlaf gut, kleiner Engel – oder auch nicht. Denn fast alle Eltern kennen das Problem, wenn das eigene Kind einfach nicht einschlafen will. Gerade bei Neugeborenen. Aber auch Kleinkinder können Einschlafprobleme haben. Hier unsere Tipps.

Schlaf gut: Übermüdung ist häufige Ursache

Zu Einschlafproblemen kommt es bei Kindern oft, weil sie schlicht übermüdet sind. Wichtig zu wissen: Alle Kinder haben ihre festen „Müdigkeitszeiten“. Also Phasen am Tag, an denen sie müde werden und ins Bett gehören. Dann ist Zeit für den Schlaf. Wenn die Müdigkeit da ist, gelingt das Einschlafen sehr gut und ohne größere Probleme. Entscheidend aber ist, dass die Kinder bei auftretender Müdigkeit zeitig ins Bettchen gelegt werden.

Denn ist ihr Müdigkeitsfenster überschritten, wird es schwer, sie schnell und problemlos zum Einschlafen zu bekommen. Dann beginnt eine Phase, in der sie mit zunehmender Überschreitung der gewohnten Schlafenszeit, munterer und damit aufgedrehter werden. Damit das Kind seinen ausreichenden, wichtigen Schlaf bekommt, sollten Eltern es ein paar Tage lang genau beobachten. So lässt sich gut feststellen, wann der richtige Zeitpunkt ist.

Viele Eltern sind verzweifelt, was die Einschlafprobleme beim eigenen Kind, betreffen.

Viele Eltern sind verzweifelt, was die Einschlafprobleme beim eigenen Kind, betreffen. (#01)

Anzeichen richtig deuten: Müdigkeit erkennen

Viele Eltern sind verzweifelt, was die Einschlafprobleme beim eigenen Kind, betreffen. Mit dem Schlaf will es bei dem oder der Kleinsten einfach nicht klappen. Verzweifelt suchen sie nach Hilfe, kaufen sich teure Bücher mit Tipps und Ratgeber. Dabei kann es oft schon helfen, bei den Kindern auf Gestik und Mimik zu achten. Denn es gibt eine ganze Reihe von Anzeichen, die sehr gut erkennen lassen, dass die Kinder müde sind und es Zeit für den wohlverdienten Schlaf ist.

Die deutlichsten Anzeichen sind:

  • Gähnen, Augen-/Ohrenreiben, Weinen (Kleinkinder), Schreien (Babys) oder Quengeln
  • ein plötzlich veränderter Gesichtsausdruck, Stirnrunzeln
  • verstärktes Lutschen am Daumen oder Schnuller
  • unerwartet ruckartige Bewegungen, Fäuste ballen, Steif-Machen
  • wenig bis gar keine Aktivität, insgesamt deutlich weniger bewegungsfreundlich als sonst
    „Schlaf-Störer“ von außen vermeiden

Bevor Eltern auf der Suche nach Hilfe für die Schlafprobleme der Kinder verzweifeln oder sich teure Bücher und Ratgeber anschaffen, könnte es helfen, sich die „äußeren Umstände“ mal genauer zu betrachten. Damit sind mögliche, von außen kommende „Schlaf-Störer“ gemeint. Störende äußere Faktoren also, die sich allerdings vermeiden lassen und bei ein bisschen Aufmerksamkeit und Feingefühl der Eltern, das Kind gut durchschlafen lassen können.

Zum einen können Licht und Lärm den Einschlafprozess der Kleinen erheblich stören. Deshalb ist es wichtig, eine Möglichkeit der Verdunkelung im Kinderzimmer anzubringen. Es sollte bei jedem Schlaf abgedunkelt sein. Etwas ältere Kinder finden es schön und beruhigend, wenn ein kleines Nachtlicht an ist. In jedem Fall aber muss Lärm, der den Schlaf der Kleinsten – egal ob Neugeborenes oder Kleinkind – schon bei leisen Nebengeräuschen empfindsam stören kann, vermieden werden.

Kleinkinder sollten zudem vor dem Zu-Bett-gehen keine koffeinhaltigen Getränke und anregenden Substanzen mehr erhalten. Auch wenn vielen Kindern gerade das natürlich gut schmeckt. Allerdings: Schon kleine Mengen davon, etwa von Eistee oder Cola, führen oft zu Einschlafproblemen. Und auf auch schwere Mahlzeiten sollte am Abend verzichtet werden.

Es sind nicht die Kleinen sondern die Eltern, die den Rhythmus des Tages bestimmen und damit auch festlegen, wann Schlafenszeit ist. Niemals sollten sich Eltern von ihren Liebsten den Tag – und damit auch die Nacht – diktieren lassen. (#02)

Es sind nicht die Kleinen sondern die Eltern, die den Rhythmus des Tages bestimmen und damit auch festlegen, wann Schlafenszeit ist. Niemals sollten sich Eltern von ihren Liebsten den Tag – und damit auch die Nacht – diktieren lassen. (#02)

Schlaf gut: Bestimmen, nicht bestimmen lassen

Bevor wir näher auf die einzelnen Einschlaftipps fürs Baby sowie Kleinkind eingehen, hier ein paar nützliche Schlaf-Regeln für Babys und Kinder allen Alters. Diese Regeln schaffen Routine sowie Regelmäßigkeit und helfen in der Praxis sehr gut dabei, den ersehnten Schlaf herbeizuführen.

Die Wichtigste: Es sind nicht die Kleinen sondern die Eltern, die den Rhythmus des Tages bestimmen und damit auch festlegen, wann Schlafenszeit ist. Niemals sollten sich Eltern von ihren Liebsten den Tag – und damit auch die Nacht – diktieren lassen. Gut ist eine Zeit zwischen 19 und 21 Uhr. Für die Kleinsten eher 19 Uhr, bei Älteren genügt ca. 21 Uhr.

Entscheidend ist, Dinge bzw. Begriffe wie „Bett“ oder „Schlaf“ niemals als Bestrafung einzusetzen und die Worte auch nicht negativ zu besetzen. Getreu dem bekannten Ausspruch: „Zur Strafe geht es heute eher ins Bett.“ Schlaf ist keine Strafe, sondern schön. Etwas, das für Erholung und Genuss in der Nacht steht. Für Babys und Kleinkinder auch am Tage.

Beachten sollte man auch die sog. „Cool-down-Zeit“. Der Name ist hier Programm und durchaus wortwörtlich zu verstehen. Es geht für die Kinder darum, vor dem Schlafen gehen herunterzukommen. (#03)

Beachten sollte man auch die sog. „Cool-down-Zeit“. Der Name ist hier Programm und durchaus wortwörtlich zu verstehen. Es geht für die Kinder darum, vor dem Schlafen gehen herunterzukommen. (#03)

Schlaf-Tipps für alle Altersstufen

Beachten sollte man auch die sog. „Cool-down-Zeit“. Der Name ist hier Programm und durchaus wortwörtlich zu verstehen. Es geht für die Kinder darum, vor dem Schlafen gehen herunterzukommen. Im Idealfall heißt das: Um Aufregung und Unruhe für die Nacht zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, dass die Kleinen jetzt nicht mehr herumtollen, toben, kein Fernsehen mehr schauen und auch sonst keinem Stress ausgesetzt sind etc. Durch das Herunterfahren des Aktivitätsniveaus, kommt man auch als Eltern zur Ruhe – die beste Voraussetzung für eine geruh und erholsame Nacht.

Gut sind auch Gute-Nacht-Rituale und kurze Schlafenszeiten, die über den Tag verteilt sind. Sinnvolle Gute-Nacht-Rituale fürs Baby wären z.B. Wickeln, den Schlafanzug anziehen oder das Vorsingen eines Schlaflieds. Ältere freuen sich z.B. über das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte (passende Bücher mit tollen Geschichten gibt es zuhauf) oder das abendliche Kuscheln, als tägliches Ritual.

Wichtig aber ist, dass sich das Gute-Nacht-Ritual idealerweise zur (ungefähr) gleichen Zeit wiederholt, Abend für Abend. Bei den Tagesschläfchen hingegen ist wichtig, dass die Kinder spätestens vier Stunden vor der üblichen Schlafenszeit aus dem letzten Schlaf erwacht sind.

Nachdem wir oben Tipps für alle Altersstufen gegeben haben, ist es wichtig, einige Besonderheiten und spezifische Tricks sowohl bei Neugeborenen als auch bei Kleinkindern, zu kennen. Zuerst: Die Babys. (#04)

Nachdem wir oben Tipps für alle Altersstufen gegeben haben, ist es wichtig, einige Besonderheiten und spezifische Tricks sowohl bei Neugeborenen als auch bei Kleinkindern, zu kennen. Zuerst: Die Babys. (#04)

Schlaf gut: Einschlaftipps fürs Baby

Nachdem wir oben Tipps für alle Altersstufen gegeben haben, ist es wichtig, einige Besonderheiten und spezifische Tricks sowohl bei Neugeborenen als auch bei Kleinkindern, zu kennen. Zuerst: Die Babys. Bei den Allerkleinsten ist häufig besonderer Einfallsreichtum gefragt, um fürs Einschlafen zu sorgen. Eine Möglichkeit wäre z.B., das Baby im Kinderwagen umherzufahren. Auch in der Nacht. Dabei können Babys oft sehr gut einschlafen, denn die gleichmäßigen Bewegungen des Kinderwagens haben im wahrsten Sinne „einschläfernde“, fast meditative Wirkung

Gut ist auch, wenn man es mal mit dem sog. „Pucken“ probiert. Dabei handelt es sich um eine besondere Wickeltechnik, mit der man Babys fest in ein Tuch einwickelt, um ruhiger schlafen zu können. Hintergrund: durch die Enge im Tuch spürt sich das Kind selbst. Außerdem wird es an die Zeit des „Umhüllt seins“ im Leib der Mutter, erinnert. Manche Babys finden das Pucken schön und genießen es, andere überhaupt nicht. Aber ein Versuch ist es allemal wert.

Entscheidend ist, Dinge bzw. Begriffe wie „Bett“ oder „Schlaf“ niemals als Bestrafung einzusetzen und die Worte auch nicht negativ zu besetzen. (#05)

Entscheidend ist, Dinge bzw. Begriffe wie „Bett“ oder „Schlaf“ niemals als Bestrafung einzusetzen und die Worte auch nicht negativ zu besetzen. (#05)

Schlaf gut: Einschlaftipps fürs Kleinkind

Auch bei Kindern, die aus dem Baby-Alter draußen und schon etwas älter sind, gibt es eine ganze Reihe von Tricks die man schön anwenden kann, um die Schlafprobleme zu lösen. Eine Möglichkeit ist immer, das Kind im Bett der einschlafen zu lassen. Wenn es eingeschlafen ist, wird es einfach ins eigene Bett getragen. Einige Ratgeber und Bücher raten genau davon ab, allerdings ist es voll in Ordnung, wenn das gewünschte Ziel erreicht wird: Ein problemloses Einschlafen sowie ein durchgehender, erholsamer Schlaf beim Kind. Das ist gut fürs Kind, zumal mit älteren Kindern z.B. auch ausgemacht werden kann, dass es kurz vor dem Einschlafen im elterlichen Schlafzimmer und sobald die Augen zufallen, rüber ins eigene Bett geht.

Weitere Tipps: Wenn zwei Kinder da sind, kann es helfen beide im gleichen Bett (ein)schlafen zu lassen. Allerdings funktioniert das freilich nicht immer, es sollte aber versucht werden. Und: Hat sich ein Elternteil bisher immer zum Kind ins Bett gelegt, sollte man dies mal ins Gegenteil verkehren. Sprich: Einfach mal kurz das Kinderzimmer verlassen (ein guter Vorwand: „Ich muss mal auf die Toilette!“). Wenn man zurückkommt, schläft der kleine Engel vielleicht schon. Aber ganz wichtig ist, auch wirklich nochmal zurückzukommen, da den Kleinsten sonst das so wichtige Vertrauen in die elterlichen Worte abhandenkommen.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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