Elternbeirat in der Kita: Rechte, Aufgaben & Ideen

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Der Elternbeirat stellt die Elternvertretung in der Kita dar. Er unterstützt die Interessen der Eltern und Kinder, soll aber gleichzeitig für den Träger und die Erzieher wichtiger Ansprechpartner sein.

Elternbeirat in der Kita: Mitwirkung erwünscht

Der Elternbeirat soll in der Kita eine wichtige Vermittlungsposition einnehmen und steht somit zwischen den Stühlen von Erziehern und Träger sowie der Elternschaft. Ein breiter Aufgabenbereich erwartet die Elternvertretung, die ständig über wichtige Neuerungen und Veränderungen zu informieren ist. Leider gestaltet sich die Zusammenarbeit nicht selten schwierig, da sich einige Erzieher bzw. die Kita-Leitung durch eine intensive Mitarbeit des Elternbeirats bevormundet und kontrolliert fühlen. In anderen Kindergärten hingegen funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend und die Elternvertretung ist eng in die Belange der Kita eingebunden.

Wie groß der Elternbeirat ist, hängt von der Größe der Einrichtung ab. In vielen kleineren Kitas gibt es keinen kompletten Beirat, hier agieren nur der Elternsprecher und gegebenenfalls sein Vertreter. Vielfach scheint das Interesse seitens der Elternschaft gar nicht vorhanden zu sein und die aktive Mitbestimmung des Kindergartenalltags spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Vor allem in den langjährig bestehenden „Dorfkindergärten“ scheint dies der Fall zu sein, hier muss nicht selten im Rahmen einer Wahl eine Person bestimmt werden, die als Elternsprecher fungiert. Dies geschieht oft auf halb-freiwilliger Basis, denn eine gewisse Mitbestimmungsmüdigkeit macht sich auch unter den Eltern breit. Dass das nicht zielführend sein kann, dürfte jedem klar sein, daher muss die Möglichkeit zur Mitbestimmung durch den Elternrat deutlich besser publik gemacht werden.

Anders sieht es in Stadtkindergärten aus und solchen Einrichtungen, die nach einem neuen Konzept arbeiten und schon einem Kleinkind einiges bieten wollen. Die Ideen überschlagen sich nicht selten und es braucht eine geordnete Zusammenarbeit, um dem von den Eltern zu berücksichtigen Kinderwunsch und dem Wunsch der Erzieher, die Kleinen zu fördern und dennoch nicht zu überfordern, zu entsprechen.

Der Elternbeirat stellt ein Gremium dar, das die Gesamtheit der Eltern vertritt. Würden alle Elternteile ihre Ideen äußern und versuchen, diese umzusetzen, würde das nicht selten im Chaos enden. Die Elternvertreter nehmen Ideen und Vorschläge entgegen und befassen sich in Kooperation mit den Erziehern mit der Lösungsfindung. Dazu finden regelmäßige Treffen statt, in denen die aktuellen Probleme angesprochen werden können.

Wobei es sich natürlich nicht immer um tatsächliche Probleme handeln muss. Auch organisatorische Fragen werden im Rahmen der Treffen von Elternbeirat und Erzieherteam bzw. Leitung der Kita geklärt.

Weitaus mehr Chancen als das bloße Hoffen haben die Elternteile, die sich in den Elternbeirat wählen lassen, denn sie können zwischen Kindern und Erziehern vermitteln.

Weitaus mehr Chancen als das bloße Hoffen haben die Elternteile, die sich in den Elternbeirat wählen lassen, denn sie können zwischen Kindern und Erziehern vermitteln.(#01)

Elternbeirat der Kita: So erlangen Eltern den Posten

Schon dann, wenn der Kinderwunsch besteht, nehmen sich die meisten jungen Paare vor, gemeinsam für die Interessen des Töchterchens oder des Söhnchens einzutreten und später in der Kita Lösungen zu finden. Kommt das Kind dann in den Kindergarten, ist es meist noch ein Kleinkind und kann seine Wünsche nicht äußern. Mama und Papa tragen diese an die Erzieherinnen heran und hoffen auf deren Umsetzung. Weitaus mehr Chancen als das bloße Hoffen haben die Elternteile, die sich in den Elternbeirat wählen lassen, denn sie können zwischen Kindern und Erziehern vermitteln.

Allerdings sucht so mancher kleine Kindergarten vergeblich nach sich engagierenden Müttern und Vätern. Allzu oft scheint die Hoffnung zu bestehen, dass sich die Dinge von allein regeln werden oder dass sich jemand anderes darum kümmert. Wer das nicht möchte, sondern lieber aktiv etwas dazu beiträgt, wenn das Kind ins Kindergartenalter kommt und in eine Einrichtung geht, kann sich in den Elternbeirat der Kita wählen lassen.

Vor der eigentlichen Wahl hängen meist die Kandidatenvorschläge am Schwarzen Brett aus, sodass die übrigen Eltern die Chance haben, sich über die Kandidaten zu informieren. Im Rahmen einer Elternversammlung erfolgt dann die Wahl für dieses Gremium, wobei sich die Kandidaten hier noch einmal kurz vorstellen.

Der Elternbeirat wird immer für ein Jahr gewählt, zugelassen sind nur die Mütter und Väter, deren Kind auch im Kindergarten ist. Ist es hingegen dem Kindergartenalter entwachsen und geht zur Schule, scheidet der gewählte Kandidat automatisch aus. Bis zur Neuwahl wird dann der Stellvertreter agieren bzw. muss eine vorzeitige Neuwahl in Betracht gezogen werden.

Video: Kitarecht Folge 392 – Gilt die DSGVO auch für Elternbeirat und Elternvertreter?

Elternbeirat in der Kita: Diese Rechte darf er wahrnehmen

Der Elternbeirat steht als Bindeglied zwischen Erziehern und Träger sowie den Elternteilen der betreuten Kinder da. Sie können somit all die Dinge ansprechen, die die Kindergartenkinder und deren Mütter und Väter bewegen, sind quasi das Sprachrohr dieser Personen. Dabei ist es allerdings so, dass der Elternbeirat deutlich mehr Pflichten als Rechte hat. Er darf überall mitsprechen und seine Meinung äußern, eine alleinige Entscheidung oder überhaupt eine wirkliche Mitentscheidung ist allerdings nicht möglich.

Die Kita-Leitung und der Träger haben am Ende das letzte Wort, auch wenn sie mit einer Entscheidung völlig konträr zu dem Willen der Elternvertretung handeln. Dies wird allerdings nur in Einzelfällen derart geschehen, da der Leitung in der Regel ein gutes Verhältnis zu den Elternteilen und den Elternvertretern am Herzen liegt.

Bei diesen Themen darf der Elternbeirat mitreden:

  • Abstimmungen über Schließzeiten und vertretende Einrichtungen
  • Überprüfung der Kita-Konzeption, Anregung zur Neuaufnahme von Themen
  • Diskussion zu Investitionen im Gelände und an den Außenanlagen, Abstimmungen über Umbauten oder Erweiterungsmaßnahmen
  • Kauf neuer Spielgeräte und Spielzeuge
  • Abstimmung zur Verpflegung im Kindergarten
  • Einstellung weiterer Erzieher, Finden von Kooperationen
  • Höhe der Elternbeträge
  • Aufteilung der Kindergruppen sowie Gruppengrößen
  • Ausbau von Förderangeboten

Das große Recht des Elternbeirats bezieht sich einzig auf das Mitspracherecht. Es darf weder etwas entschieden noch allein durchgeführt werden. Wirkliche Entscheidungskompetenzen bestehen daher nicht, da sich die Kita-Leitung nicht selten auf ihr pädagogisches Fachwissen und die entsprechende Alleinverantwortung beruft.

Elternvertreter genießen ein Recht auf Information, Anhörung und Beratung und können darüber versuchen, den gewünschten Einfluss zu erhalten. Das gilt vor allem dann, wenn ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Elternvertretern und der Kita-Leitung vorhanden ist. Wer auf einer solchen Basis aufbauen kann, bekommt meist dennoch ein gewisses Mitspracherecht, auch wenn dieses nicht gesetzlich verbrieft ist.

Elternbeiratsmitglieder müssen sich mehrfach im Jahr treffen und einen Austausch zu aktuellen Themen vornehmen.

Elternbeiratsmitglieder müssen sich mehrfach im Jahr treffen und einen Austausch zu aktuellen Themen vornehmen.(#02)

Die Pflichten des Elternbeirats in der Kita

Elternbeiratsmitglieder müssen sich mehrfach im Jahr treffen und einen Austausch zu aktuellen Themen vornehmen. Sie sind als Ansprechpartner der übrigen Elternschaft zu sehen und müssen entsprechend auch erreichbar sein. In der Regel genügt es, den Namen der einzelnen Elternbeiratsmitglieder kundzutun, die zugehörige Telefonnummer kann bei der Leitung der Einrichtung erfragt werden.

Um die übrige Elternschaft über Neuerungen und Veränderungen zu informieren, dienen Elternstammtische und Gesprächskreise. Auch im Rahmen der üblichen Elternversammlung können diverse Informationen gegeben werden. Immer wieder kann es dabei auch passieren, dass Mütter und Väter Wünsche an die Kita-Leitung richten, die nicht erfüllbar sind oder die sich nicht mit dem Kita-Alltag vereinbaren lassen.

Auch in dem Fall sind die Elternvertreter gefragt, die sich schützend zwischen die Parteien stellen müssen. Im besten Fall findet sich darüber ein Kompromiss. Letzteren anzuregen, dazu ist der Elternbeirat indes nicht verpflichtet.

Neue Ideen finden oftmals kaum einen Weg, daher ist es tatsächlich sinnvoll, wenn die beteiligten Elternsprecher nach einer gewissen Zeit wechseln.

Neue Ideen finden oftmals kaum einen Weg, daher ist es tatsächlich sinnvoll, wenn die beteiligten Elternsprecher nach einer gewissen Zeit wechseln.(#03)

Elternbeirat: Neue Ideen braucht die Kita

Der regelmäßige Wechsel der Elternbeiräte in der Kita ist ein Plus für alle Beteiligten. Wer davon ausgeht, dass ein Kind vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr in der Einrichtung betreut wird, entwickelt schon bald eine Art Betriebsblindheit. Neue Ideen finden oftmals kaum einen Weg, daher ist es tatsächlich sinnvoll, wenn die beteiligten Elternsprecher nach einer gewissen Zeit wechseln.

Gerade in kleinen Kindergärten stellt sich dabei das Problem, dass Mütter oder Väter, die Kinder verschiedenen Alters in der Einrichtung betreuen lassen, über viele Jahre hinweg den Beirat stellen. Sie halten sich zwar noch an den Handlungsleitfaden für den Elternrat, dennoch bringen sie kaum neue Ideen und Erleichterungen mit ein.

Hilfreich ist es auch, wenn sich die Elternvertreter auf Gemeinde- oder Kreisebene zusammenschließen und einen Elternrat bilden. Laut Landesrecht müssen in vielen Bundesländern sogar entsprechende Beiräte gebildet werden. Hierüber besteht die Möglichkeit des Einblicks in andere Kitas, es werden neue Anregungen gefunden und interessante Vorschläge diskutiert. Ob sich diese immer in der eigenen Kita umsetzen lassen, ist eine andere Frage. Oftmals können die Ideen allerdings verändert und angepasst werden und bereichern damit den Alltag der Kleinen in der eigenen Kita.

Möglich ist über diese Gremien sogar die Einflussnahme auf das Ministerium, zudem werden neue Kontakte auch zu Vertretern anderer Einrichtungen und Schulformen geknüpft. Wer erfährt, wie es in anderen Einrichtungen zugeht, welche Möglichkeiten es dort gibt und wie die verschiedenen Betreuungsformen der Kinder aussehen können, weiß mit der eigenen Situation anders umzugehen. Außerdem lässt sich nicht selten über solche Diskussionen ein Lösungsweg für verschiedene Probleme finden, die bisher in der eigenen Kita unlösbar schienen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _ F8 studio -#01: Oksana Shufrych -#02: Dmytro Zinkevych  -#03: FamVeld

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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