Schlafrhythmus: Dem Baby richtigen Schlaf beibringen!?

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Junge Eltern stellen sich früher oder später die Frage: „Wie bringe ich dem Baby richtigen Schlaf bei?”. Ein Säugling stellt das Leben der ganzen Familie auf den Kopf. Dabei spielt das Thema Schlafrhythmus in den ersten Wochen und Monaten eine der wichtigsten Rollen in der Familie.

Säuglinge müssen erst ihren Schlafrhythmus finden

Ein Säugling kann noch nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Somit hat das Neugeborene auch noch keinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Diesen muss das Baby erst erlernen. Bei Einigen geht das schnell, bei anderen dauert es länger, bis es in einen Schlafrhythmus gefunden hat.

Für die Länge dieses Prozesses sind einige Faktoren entscheidend:

  • der biologische Reifungsprozess des Neugeborenen
  • das Wachstum und die Ausdifferenzierung des Gehirns

Es gibt in diesem zarten Alter durchaus schon Kinder, die innerlich sehr unruhig sind und genau die sind es, denen es schwer fällt, das individuelle Schlafverhalten zu finden. Also muss dem Baby beigebracht werden, richtig zu schlafen und seinen Schlafrhythmus zu finden.

Kinder entwickeln erst ab der 36. Schwangerschaftswoche im Mutterleib einen Schlaf-Wach-Rhythmus. Nach der Geburt setzt sich die Entwicklung des Schlafrhythmus fort. Die Schlafzeiten verteilen sich zunächst gleichmäßig auf den Tag und die Nacht. Bereits im ersten Lebensjahr werden die Zeiten, in denen das Baby wach ist deutlich länger.

Im Durchschnitt haben Babys zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche ihr individuelles Schlafmuster gefunden. Sie schlafen jeden Abend zur selben Zeit ein und wachen am Morgen zur selben Zeit auf.

Video: Babys Schlaf: Tipps und Tricks fürs Baby zum Einschlafen und Durchschlafen | Baby Schlafroutine

Schlafrhythmus: Babys müssen das Einschlafen lernen

Babys können noch nicht eigenständig einschlafen, weil sie sich noch nicht selbst beruhigen können. Zur Beruhigung saugen sie an einer Hand oder am Schnuller. In den ersten Lebensmonaten entwickelt sich die Fähigkeit, sich selbst beruhigen zu können ständig weiter, sodass die Kinder bald selbst einschlafen können.

Doch die meisten Säuglinge benötigen lange die Unterstützung der Eltern, um einschlafen zu können. Andere Babys werden von ihren Eltern in das Bett gelegt und schlafen ein. Wichtig ist jedoch, dass Eltern ihre Neugeborenen beim Ein- und Durchschlafen unterstützen. Diese Sicherheit ist sehr wichtig, um einen optimalen Schlafrhythmus zu finden.

Dazu braucht ein Baby:

  • die Nähe der Eltern
  • das Singen eines Schlafliedes
  • sanftes Streicheln.

Wichtig ist, dass es sich um ein immer wiederkehrendes Ritual handelt, damit gelernt wird, dass es nun Zeit zum Einschlafen ist und sich ein Schlafrhythmus einstellt.

Schlafrhythmus: Jeder hat einen unterschiedlichen Schlafbedarf

Im Schnitt brauchen Neugeborene bis zum dritten Lebensmonat täglich zwischen 16 und 18 Stunden Schlaf. Einige Babys sind bereits in diesem Alter wahre Murmeltiere und schlafen 20 Stunden am Tag, andere dagegen kommen nur schwer in den Schlaf und kommen mit 10 bis 12 Stunden Schlaf aus. Die unterschiedlichen Schlafmuster sind angeboren.

Der Schlafrhythmus eines Babys variirt. Die unterschiedlichen Schlafmuster sind angeboren.

Der Schlafrhythmus eines Babys variirt. Die unterschiedlichen Schlafmuster sind angeboren. (#01)

Das Durchschlafen lernen braucht seine Zeit

Säuglinge werden nachts häufig wach. Das ist völlig normal. Der Kinderschlaf in diesem Alter ist ein sehr leichter. Babys in diesem Alter nehmen noch ihre eigenen Bedürfnisse wahr und wachen deshalb auf, wenn die Windel voll ist oder sie Hunger haben. Wobei Durchschlafen in diesem Alter bedeutet, dass Babys sechs bis acht Stunden in einem schlafen. In der Nacht werden sie trotzdem noch wach und das ist im ersten Lebensjahr auch völlig normaler Schlafrhythmus.

Die richtigen Voraussetzungen

Babys finden leichter in den Schlaf, wenn sie sich geborgen und sicher fühlen. Eltern sind dabei sehr wichtig, denn die kleinen neuen Erdenbürger brauchen sehr viel Aufmerksamkeit und Körperkontakt. Wacht das Baby in der Nacht auf, sollte das Kind die Eltern spüren. Niemals jedoch sollte das Baby beim Ersten quengeln oder schreien sofort auf den Arm genommen werden. Es muss lernen eigenständig einzuschlafen. Dem Säugling reicht es, wenn es die Stimme eines Elternteils hört oder sanft gestreichelt wird. Meist schläft es dann von allein wieder ein.

Schlafrhythmus: Babys brauchen Regelmäßigkeit

Um den individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus zu erlernen, ist Regelmäßigkeit und Struktur im Alltag wichtig. Der Alltag mit einem Neugeborenen ist nicht planbar. Trotzdem sollte eine Regelmäßigkeit in Bezug auf die Ruhepausen des Kindes und der Befriedigung seiner Bedürfnisse eingehalten werden.

Nur müde Babys schlafen

Neugeborene schlafen nur, wenn sie auch müde sind. Oft überschätzen Eltern den Schlafbedarf des Kindes und legen es zu festgelegten Zeiten hin. Doch selten schläft das Kind dann auch ein.

Zeichen für Müdigkeit sind:

  1. leicht gerötete Augen
  2. gähnen
  3. das Baby wendet den Blick ab
  4. ab dem 6. Lebensmonat: Augen reiben

Sind die Zeichen für Müdigkeit vorhanden, sollte das Baby in sein Bettchen gelegt werden. Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einschläft am größten. Warten Eltern noch, bis sie den Säugling in das Bettchen legen, wird es überreizt und kann nicht einschlafen. Dazu wird es schreien.

Experten sind sich einig, dass ein Baby nur dann durchschlafen kann, wenn es auch allein einschläft.

Sind die Zeichen für Müdigkeit vorhanden, sollte das Baby in sein Bettchen gelegt werden.

Sind die Zeichen für Müdigkeit vorhanden, sollte das Baby in sein Bettchen gelegt werden. (#02)

Die richtige Schlafumgebung

Die Schlafumgebung ist für das Erlernen des Schlafrhythmus sehr wichtig. Damit es besser atmen kann, sollte ein Kind im ersten Lebensjahr nur auf dem Rücken schlafen. Die Zahl der am plötzlichen Kindstod verstorbenen Babys konnte so stark reduziert werden. Nur wenn das Kind wach ist, sollte es auf dem Bauch liegen dürfen. Das stärkt die Nacken- und Rückenmuskulatur.

  • Stubenwagen, Wiege oder Bettchen?
    In den ersten Lebenswochen fühlt sich ein Baby in einem Kinderbett verloren. Deshalb sind ein Stubenwagen oder eine Wiege die bessere Wahl. Sie sorgen durch die kleineren Maße für ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. So gewöhnen sie sich schneller an den Schlafplatz.
    Eltern, die für eine solche Ausgabe nicht das nötige Kleingeld haben, sollten den Platz im Bettchen durch einen Kurzhimmel oder ein Nestchen begrenzen. Der Stoff beim Nestchen sollte dünn sein und es muss gut befestigt werden.
  • Die Ausstattung des Bettchens
    Im ersten Lebensjahr benötigt ein Säugling noch kein Kissen und keine Decke. Ein Schlafsack ist ideal. Sollte dennoch eine Decke verwendet werden, sollte es eine Dünne sein. Ein Schlafsack ist die bessere Alternative, weil das Frieren des Babys im Bettchen verhindert wird. Es gibt sie für den Sommer und den Winter. Wichtig ist, dass er die richtige Größe hat. Als Faustregel können sich Eltern merken:

           Schlafsackgröße = Körpergröße des Kindes – Kopfhöhe + zehn Zentimeter
So sind die Beine frei und es kann gestrampelt werden

  • Keine warme Bekleidung
    Die Körpertemperatur von Babys ist recht hoch und so können die Kleinen sich auch schnell überhitzen. Für die Wintermonate empfiehlt sich ein Schlafanzug über die Windel und dann der Schlafsack. Im Sommer reicht Unterwäsche im Schlafsack völlig aus.
    Um die Temperatur des Kindes zu kontrollieren, sollte der Nacken gefühlt werden. Wärme nehmen Säuglinge weniger wahr als Kälte. Frieren Babys, werden sie wach und der Schlafrhythmus wird gestört.
  • Das Bettchen
    Wenn die Wiege oder der Stubenwagen nach sechs Monaten zu klein geworden sind, steht der Umstieg auf ein Gitterbett an. Es muss kein neues Bettchen sein, aber auf Qualität und Sicherheit sollte geachtet werden.
    Die Matratze sollte in das Gitterbett passen. Sie darf nicht rutschen. Für einen guten Kinderschlaf ist eine harte Matratze anzuraten. Die Matratze sollte etwa zehn Zentimeter dick sein. Auch auf mögliche Schadstoffe muss bei der Matratze geachtet werden. Es sollten keine Weichmacher oder Lösungsmittel enthalten sein.
  • Schlafen im Elternschlafzimmer
    In den ersten zwölf Lebensmonaten sollte das Bettchen im Elternschlafzimmer stehen, denn der Nachwuchs schreit noch sehr oft in der Nacht. Keinesfalls darf das Bettchen neben der Heizung stehen oder einer direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Auch Zugluft sollte vermieden werden. Die richtige Raumtemperatur ist wichtig für einen guten Schlafrhythmus liegt zwischen 16 bis 18 Grad Celsius. Natürlich muss das Schlafzimmer rauchfrei sein!
  • Schlafen im Elternbett?
    Der Nachwuchs gewöhnt sich schnell daran, im Elternbett zu schlafen. Später wird es schwierig werden es wieder in das eigene Bettchen zu bekommen.

Video: 10 Tipps für einen tieferen Schlaf | Babys und Kleinkinder | mamiblock – Der Mami Blog

Das sollte für einen guten Schlafrhythmus beachtet werden:

  1. Das Kind nicht unbeaufsichtigt im Bett liegen lassen.
  2. Darauf achten, dass das Baby nicht unter Decken und Kissen rutschen kann.
  3. Die Eltern sollten vor dem Zubettgehen nicht rauchen und keinen Alkohol trinken.
  4. Es sollten sich keine Haustiere im Bett befinden.

Ein Säugling kann also bereits in den ersten Lebensmonaten sein Schlafmuster finden und seinen Schlafbedarf decken. Kommt es trotzdem zu Ein- und Durchschlafproblemen sind in der Regel die Schlafgewohnheiten daran schuld. Der Kinderarzt kann für den Schlafrhythmus des Babys wertvolle Ratschläge geben.


Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild: Nadia Cruzova – #01: Antonio Guillem – #02: BigLike Images

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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