Kindersitze: 10 Tipps für den Einkauf

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Viele Kinder passen schneller als gedacht nicht mehr in die Babyschale und damit auch die Kleinen bequem und vor allem sicher von A nach B kommen, brauchen sie einen geeigneten Kindersitz. Und hier gibt es eine riesen große Auswahl an Modellen, die zudem in verschiedene Klassen eingeteilt sind. Damit Sie den Überblick im Kindersitzdschungel behalten, finden Sie hier 10 Tipps, worauf Sie beim Kauf eines Kindersitzes achten müssen.

Tipp 1: Ja, jedes Kind braucht wirklich einen Kindersitz

Bis einer Körpergröße von 150 cm brauchen Kinder in Deutschland laut Gesetz im Auto einen geeigneten Kindersitz oder eine Sitzerhöhung. (#01)

Bis einer Körpergröße von 150 cm brauchen Kinder in Deutschland laut Gesetz im Auto einen geeigneten Kindersitz oder eine Sitzerhöhung. (#01)

Bis einer Körpergröße von 150 cm brauchen Kinder in Deutschland laut Gesetz im Auto einen geeigneten Kindersitz oder eine Sitzerhöhung. (#01)Wenn ihr Kind allein sitzen kann und nicht mehr in die Babyschale passt, fragen sich manche Eltern, ob sie nun wirklich viel Geld für einen Kindersitz ausgeben müssen:

Anschnallen dürfte doch reichen, oder?

Nein, das reicht ganz eindeutig nicht. Bis einer Körpergröße von 150 cm brauchen Kinder in Deutschland laut Gesetz im Auto einen geeigneten Kindersitz oder eine Sitzerhöhung.

Damit soll sichergestellt werden, dass der sogenannte Dreipunkt-Gurt richtig am Körper Ihres Kindes sitzt und es dadurch auch wirklich sicher und geschützt im Auto mitfährt. Und außerdem kann es teuer werden, wenn Sie Ihr Kind ohne Kindersitz im Auto mitnehmen.

Bis zu 30 Euro kann sie eine solche Fahrt kosten – Geld, das sich sicher besser, beispielsweise in Eis, investieren lässt.

Tipp 2: Auf Gewichte und Klassen achten

Bevor Sie losgehen, um einen geeigneten Kindersitz für Ihr Auto zu kaufen, müssen Sie wissen, dass es verschiedene Klassen gibt: 0, 0+, I, II und III. Sie orientieren sich am Körpergewicht des Kindes:

  • Während 0 und 0+ für Babyschalen stehen, sind beim Kindersitzkauf die Klassen I, II und III interessant.
  • Die Gewichtsklasse I ist für bis zu 4 Jahre alte Kinder und ein Körpergewicht von 9 bis 18 Kilo geeignet.
  • In den Klassen II für ca. 3 ½ bis 7 Jahre und
  • 15 bis 25 kg sowie III für 6 bis 12 Jahre alte Kinder mit einem Gewicht zwischen 22 und 26 kg werden dann meist die sogenannten Sitzerhöhungen mit Rückenstützen angeboten.
  • Zudem gibt es Kombinationsmodelle aus I, II und III und alternativ werden seit 2014 auch Kindersitze angeboten, die der neuen, sogenannten ECE-R129, i Size-Norm entsprechen.
Je nach Kindersitzmodell können Sie sich für ein System mit Hosenträgergurt oder mit einem sogenannten Fangkörpersystem entscheiden. (#02)

Je nach Kindersitzmodell können Sie sich für ein System mit Hosenträgergurt oder mit einem sogenannten Fangkörpersystem entscheiden. (#02)

TIPP 3: Vor- und Nachteile der Systeme

Je nach Kindersitzmodell können Sie sich für ein System mit Hosenträgergurt oder mit einem sogenannten Fangkörpersystem entscheiden. Bei Letzterem wird Ihr Kind durch eine Art Tisch vor seinem Bauch gesichert. Sollten Sie tatsächlich einen Unfall haben, hat das Fangkörpersystem den Vorteil, dass die Belastungen auf den Körper geringer sind.

Bei einem Hosenträgersystem schwitzen die Kinder in der Regel deutlich weniger, können eine bessere Schlafposition einnehmen und einige Sitze können auch rückwärtsgerichtet eingebaut werden. Entscheiden Sie sich für ein Hosenträgersystem, müssen Sie immer darauf achten, dass die Gurte so straff wie möglich am Körper Ihres Kindes anliegen. Beim Fangkörpersystem muss dieser richtig durch Autogurt befestigt sein.

Tipp 4: Das verbirgt sich hinter Isofix

Alle ab 2013 zugelassenen Autos haben sogenannte Isofix-Systeme. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Sicherheitssystem, durch das die Kindersitze direkt mit der Karosserie des Autos verbunden werden und dadurch nicht mehr verrutschen können.

Deshalb gibt es auch für Kindersitze seit Mitte 2013 die neue, alternative NORM ECE-R129, i-Size, die sich nicht am Gewicht, sondern an der Körpergröße Ihres Kindes orientiert. Zudem werden Kinder bis zum Alter von rund 15 Monaten mit den Sitzen ausschließlich rückwärtsgerichtet transportiert.

Bevor Sie sich für Isofix-System entscheiden, sollten Sie unbedingt im Internet oder im Fachhandel prüfen, ob Ihr Auto dafür freigegeben ist.

Manche Eltern überlegen, ob sie nun wirklich viel Geld für einen Kindersitz ausgeben müssen: Anschnallen dürfte doch reichen, oder? Nein, das reicht ganz eindeutig nicht! (#03)

Manche Eltern überlegen, ob sie nun wirklich viel Geld für einen Kindersitz ausgeben müssen: Anschnallen dürfte doch reichen, oder? Nein, das reicht ganz eindeutig nicht! (#03)

Tipp 5: Nicht jeder Kindersitz darf auf den Beifahrersitz

Wenn Sie den Kindersitz gern auf den Beifahrersitz stellen möchten, müssen Sie wissen, dass für Automarken spezielle Kindersitze vorgeschrieben sind. Wird der Beifahrerairbag in Ihrem Auto durch ein spezielles Transpondersystem automatisch abgeschaltet, benötigen Sie einen bestimmten Kindersitz, den die Fahrzeughersteller, wie beispielsweise Mazda, Opel oder Mercedes, in der Regel selbst anbieten.

Das liegt daran, dass das automatische Abschaltsystem meist nur herstellerspezifisch funktioniert – weshalb der Kindersitz eine bestimmte Erkennung haben muss. Lässt sich der Beifahrerairbag permanent durch die Werkstatt oder bei Bedarf durch einen Schlüsselschalter abschalten, können Sie jeden gebräuchlichen Kindersitz verwenden.

Unter dem Stichwort „Kindersicherung“ oder „Kindersitze“ können Sie in der Regel in der Bedienungsanleitung für Ihr Auto nachlesen, ob für den Beifahrersitz spezielle Kindersitze vorgeschrieben sind.

Tipp 6: Anhand von Testergebnissen informieren

Es gibt verschiedene Anbieter, wie beispielsweise die Stiftung Warentest oder den ADAC, die Produkte wie Kindersitze regelmäßig vor allem auf ihre Sicherheit prüfen. Für die Tests erstellen sie zunächst einen Kriterienkatalog mit den wichtigsten Aspekten wie:

  • Sicherheit,
  • Schadstoffgehalt,
  • Bedienung und
  • Ergonomie.

Anschließend werden die gängigsten Modelle anhand des Katalogs überprüft und mit den Noten 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) bewertet. Bei einem im Frühjahr 2016 durchgeführten und veröffentlichten Test verschiedener Kindersitze aller Gewichtsklassen bekamen beispielsweise 17 von 26 Modellen ein „gut“, womit die Sitze die gesetzlichen Vorgaben übererfüllen. Im Internet kann man sich gut über diese Testergebnisse informieren.

Tipp 7: Prüfnummer des Kindersitze prüfen

In Deutschland dürfen nur Kindersitze mit einer aktuellen Prüfnummer eingesetzt werden. Trotz der Empfehlung, sich für ein neues Modell zu entscheiden, werden auf Tauschbörsen oder bei Restverkäufen noch alte Sitze angeboten. Allerdings sind bereits seit 2008 nur noch Kindersitze mit der sogenannten Prüfnorm ECE R 44/03 und ECE R 44/04 erlaubt.

Modelle mit den Prüfnummern 01 und 02 entsprechen nicht den heutigen Sicherheitsanforderungen und deshalb sollen sie seit Juli 2009 nicht mehr erhältlich sein. Da in Deutschland aber kein Verkaufsverbot für die alten Modelle erlassen wurde, kann es passieren, dass diese angeboten werden. Also prüfen Sie sicherheitshalber das Prüfsiegel beim Kindersitzkauf.

Video: Welcher Kindersitz im Auto?

Tipp 8: Neue Kindersitze sind die sichere Wahl

Kindersitze sind vor allem für die Sicherheit Ihres Kindes wichtig und ähnlich wie bei einem Fahrradhelm sollten diese stets unversehrt und ganz sein. Schon ein feiner Riss im Material kann ihren Schutz mindern. Da Sie niemals 100 %ig sicher sein können, welchen Kräften ein gebrauchter Kindersitz bereits ausgesetzt war, ist es immer ratsam, ein neues Modell zu kaufen.

Tipp 9: Gebrauchte Kindersitze genau unter die Lupe nehmen

Wollen Sie sich trotzdem nach einem gebrauchten Modell umsehen, sollten Sie zunächst darauf achten, dass der Kindersitz keine offensichtlichen Schäden aufweist und mit Bedienungsanleitung angeboten wird. Zudem ist es ratsam, den Bezug des Sitzkörpers abzunehmen und zu prüfen, ob Bruchstellen, feine Risse oder sogar Verformungen vorhanden sind.

Ebenso sollten Sie kucken, in welchem Zustand eventuell vorhandene Gurte sind, ob das Gurtpolster noch vorhanden ist, ob sich das Gurtschloss richtig schließen lässt und ob vielleicht Risse oder Ausfaserungen an den Rändern sichtbar sind. Gerade bei gebrauchten Sitzen sollten Sie zudem gezielt kucken, ob er eine zulässige Prüfnummer hat.

Tipp 10: Schadstoffe vermeiden

In vielen Stoffen und Spielsachen werden Schadstoffe wie Weichmacher, Flammschutzmittel oder polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK) verarbeitet. Diese stehen in Verdacht, krebserregend zu sein beziehungsweise Allergien auszulösen. Gerade Kinder können Schadstoffe über die Haut oder den Mund aufnehmen, weshalb die Stiftung Warentest beispielsweise seit 2011 auch Kindersitze auf Schadstoffe prüft.

Die meisten Sitze sind in der Regel unbedenklich.

Trotzdem raten die Experten am besten einen Kindersitz mit waschbaren Bezug zu kaufen, den Sie am besten vor dem ersten Einsatz waschen. Da Schadstoffe sowohl in den verwendeten Farben, als auch allgemein im Material vorkommen können, sind Sie so auf der sicheren Seite. Aber achten Sie darauf, dass Sie den Bezug auch wieder richtig auf den Kindersitz aufziehen.


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: DieWerbebauer.de – #01: Gewoldi – #02: GordonGrand – 03: Soloviova Liudmyla

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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

1 Kommentar

  1. Boostersitz on

    Toller Artikel, gefällt mir gut. Ich habe diesen auf Facebook geteilt und ein paar Likes
    dazu bekommen. Weiter so!

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