Alleine spielen vs. zusammenspielen: Was ist für Kinder besser?

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Das Spielen ist für ein Kind fester Bestandteil des Alltags und hilft ihm dabei, die Welt um sich herum zu entdecken. Babys spielen zunächst mit ihrer Stimme und arbeiten an neuen Bewegungen. Kleinkinder benötigen Sie als Eltern, Geschwister und Großeltern als Spielgefährten. Spätestens im Kindergartenalter werden andere Kinder zu den liebsten Spielgefährten und es entstehen soziale Bindungen. Doch wie viel sollte ein Kind alleine spielen und wie oft mit gleichaltrigen Kindern? Das sind häufige Fragen, die Elternpaare beschäftigen und auf die sie hier Antworten finden.

Die Vorteile beim gemeinsamen Spiel mit Ihrem Kind

Dass Sie als Eltern mit Ihrem Kind spielen, ist für dessen Entwicklung von großer Bedeutung. Auf diese Weise wird soziale Interaktion gelernt. Außerdem haben Sie dabei stets den aktuellen Entwicklungsstand Ihres Nachwuchses im Blick. Häufige Fragen sind: Wie weit sind die motorischen Fähigkeiten vorangeschritten? Wie gut kann sich Ihr Nachwuchs ausdrücken? Wie steht es um die kognitiven Fähigkeiten? Eltern erhalten beim gemeinsamen Spiel mit ihrem Kind Antworten auf diese wichtigen Fragen. Entscheidend ist dabei, dass Sie die Spiele nicht vorgeben, sondern sich ganz auf die Spielregeln des Kindes einlassen. Bieten Sie nur dort eine Hilfestellung, wo das Spiel dauerhaft ins Stocken gerät.

Übrigens ist es wichtig, dass sowohl Vater als auch Mutter sich Zeit zum Spielen nehmen. Beide Elternteile spielen sehr unterschiedlich. Männer neigen zu einem ausgelassenen oder wilden Spielverhalten, bei dem Kinder voll gefordert sind. Toben, Auskitzeln und sportliche Spiele sind beim Vater-Kind-Spiel üblich. Dahingegen tendieren Frauen eher zum ruhigeren Spielen mit dem Schwerpunkt auf sozialen Aspekten. Sie lesen häufiger vor, erzählen phantasievolle Geschichten und basteln oder malen mit ihrem Nachwuchs.

Egal wie viele Jahre Ihr Nachwuchs alt ist und welche Interessen es hat, nehmen Sie sich als Eltern beide Zeit für Spiele. Idealerweise gibt es eine regelmäßige Spielzeit mit Mama, eine regelmäßige Spielzeit mit Papa und Zeit für Familienspiele mit allen Familienmitgliedern. Während der andere Elternteil gerade seine Spielzeit hat, bleibt Ihnen Zeit zum Arbeiten oder für andere Beschäftigungen, die mit Kind im Alltag nur schwer oder gar nicht zu bewältigen sind. Für die Familienspielzeit können Sie auch Ihre eigenen Spielsachen entwerfen. Hierbei hilft Ihnen zum Beispiel diese Bastelanleitung für ein Memory.

Übrigens funktioniert nicht bei jedem Geschwisterpaar das gemeinsame Spiel. Entscheidend ist zum Beispiel, wie viele Jahre beide auseinander liegen und wie ähnlich die jeweiligen Interessen gelagert sind. (#01)

Übrigens funktioniert nicht bei jedem Geschwisterpaar das gemeinsame Spiel. Entscheidend ist zum Beispiel, wie viele Jahre beide auseinander liegen und wie ähnlich die jeweiligen Interessen gelagert sind. (#01)

Häufige Fragen zu den richtigen Spielgefährten

Für ein Baby sind die eigenen Eltern die wichtigsten Spielgefährten. In den ersten Monaten im Leben eines Babys beschränkt sich gemeinsame Spielzeit in der Regel auf Lautmalerei, Beweglichkeit und den Einsatz von typischem Spielzeug für Babys. Je älter das Baby wird, desto umfangreicher wird auch das Spielen. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um gleichaltrige Spielgefährten zu suchen. Wer keine Geschwister hat, findet in folgenden Situationen Gefährten für das gemeinsame Spiel:

  • im Kindergarten
  • in Kindersportgruppen
  • in der Nachbarschaft
  • in sozialen Einrichtungen

Ihr Nachwuchs wird schnell selbst entscheiden, welche Spielgefährten ihm lieb sind und mit welchen keine gemeinsamen Interessen bestehen. Entscheiden Sie nicht über den Kopf Ihres Kindes hinweg, sondern lassen Sie es sich seine Spielgefährten selbst aussuchen. Auch diese Wahl ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in ein selbstständiges Leben.

Übrigens funktioniert nicht bei jedem Geschwisterpaar das gemeinsame Spiel. Entscheidend ist zum Beispiel, wie viele Jahre beide auseinander liegen und wie ähnlich die jeweiligen Interessen gelagert sind. Auch hierbei gilt, dass Sie Ihre Kinder selbst entscheiden lassen sollten, ob sie gemeinsam als Geschwister oder mit Freunden neue Spiele ausprobieren.

 

So wichtig das gemeinsame Spielen mit anderen Kindern oder den eigenen Eltern ist, so entscheidend ist auch das Alleinespielen für die Entwicklung. (#02)

So wichtig das gemeinsame Spielen mit anderen Kindern oder den eigenen Eltern ist, so entscheidend ist auch das Alleinespielen für die Entwicklung. (#02)

Deshalb sollte ein Kind alleine spielen

So wichtig das gemeinsame Spielen mit anderen Kindern oder den eigenen Eltern ist, so entscheidend ist auch das Alleinespielen für die Entwicklung. Solche Spielsituationen fördern das Selbstbewusstsein, die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl. Außerdem trainiert Ihr Nachwuchs dabei ganz automatisch die eigene Konzentrationsfähigkeit. Sie ist für das spätere Lernen von großer Bedeutung und sollte daher so früh wie möglich gefördert werden. Bieten Sie Ihrem Nachwuchs daher ausreichend Zeit und Raum zum Alleinespielen an. Meistens ziehen sich Kinder dazu zunächst in eine ruhige Ecke des Wohnzimmers zurück und verlagern Ihr Spiel dann nach und nach in das Kinderzimmer.

Sollte Ihr Nachwuchs die Freude am Spiel verlieren und es treten erste Zeichen von Langeweile auf, eilen Sie nicht direkt herbei. Das Gefühl der Langeweile gehört fest zur Entwicklung eines Menschen und regt sowohl die Kreativität als auch die Phantasie an. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel über Langeweile.

Video:Die Sendung mit der Maus – Memory Spielen

Das richtige Alter zum Alleinespielen

Die ersten beiden Jahre des Lebens werden kaum für das Alleinespielen genutzt. Die Zeitspanne für die Beschäftigung mit sich selbst liegt bei einem Baby nur bei wenigen Minuten. Selbstverständlich ist das auch eine Wesensfrage und nicht bei jedem Baby gleich. Rechnen Sie trotzdem nur mit kurzen Phasen der Beschäftigung mit sich selbst. Im Alter von zwei Jahren entwickelt sich langsam der Drang, alleine Zeit zu verbringen.

Schnell wird eine Spielsituation für 30 Minuten oder länger aufrechterhalten. Je weiter die Jahre vergehen, desto mehr wird Ihr Kind mit sich selbst spielen und diese Auszeiten vom Alltag zu schätzen lernen. Häufig ist es auch eine Typfrage, ob ein Kind lieber alleine oder gemeinsam mit anderen spielt.

Video: Erziehungsbasar – Hilfe, mein Kind kann sich nicht alleine beschäftigen!

So unterstützen Sie Ihren Nachwuchs bei der Beschäftigung mit sich selbst

Gerade in der Anfangszeit fällt es vielen Kindern schwer, sich ganz mit sich alleine zu beschäftigen. Häufige Fragen bei Elternteilen sind in dieser Zeit: Wie kann ich mein Kind zum Alleinespielen animieren? Wie gehe ich mit der Frustration meines Nachwuchses um? Gerade dann, wenn sich Ihr Sonnenschein anfänglich schwer tut, sich mit sich selbst zu beschäftigen, ist Ihre Unterstützung gefragt. Bleiben Sie zunächst in der direkten Nähe und beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Spielzeug.

Wichtig dabei ist, dass Sie nicht gemeinsam sondern jeder für sich beschäftigt sind. Die Nähe zum Elternteil vermittelt Sicherheit und schafft eine entspannte Atmosphäre. Diese wiederum bietet die beste Grundlage für Kreativität bei Kindern. Arbeiten Sie gemeinsam daran, dass Ihr Nachwuchs das Alleinsein nicht als Bedrohung oder Bestrafung versteht. Hierzu können Sie eine feste Spielzeit festlegen, auf die sich Ihr Nachwuchs jeden Tag freuen kann. Achten Sie dann jedoch darauf, dass Sie diese Zeit einhalten und so oft wie möglich zur Verfügung stellen.

Hilfreich ist auch, wenn Sie gewisse Spielsachen nur für die Zeit zur Verfügung stellen, in der Ihr Nachwuchs sich selbst beschäftigen soll. Dadurch sind die Spielsachen etwas Besonderes und haben einen größeren Reiz für Ihren Nachwuchs. Schaffen Sie jedoch nicht zu viele Reize. Diese könnten gerade Babys und kleinere Kinder überfordern und Frustration aufkommen lassen.

Eine gemütliche Umgebung mit einigen ausgewählten Spielsachen ist ideal geeignet. Schauen Sie ruhig hin und wieder nach dem Rechten, mischen Sie sich dabei jedoch nicht in das Spiel Ihres Kindes ein. Die gewonnene Zeit können Sie für sich nutzen und beispielsweise etwas arbeiten, Aufgaben im Haushalt erledigen oder in aller Ruhe in einer Zeitschrift lesen. So wird die Spielzeit Ihres Kindes auch für Sie ein Gewinn und ist für alle Beteiligten mit positiven Emotionen verbunden.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: Schiddrigkeit -#01:Rawpixel.com -#02:Oksana Kuzmina

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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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