3 Musicals, die auch für Kinder geeignet sind

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Es ist nie zu früh, Kinder mit Kultur in Berührung zu bringen. Dabei geht es nicht um einen langweiligen Besuch im Museum und das stundenlange ruhige Gehen durch die Gänge, dem kaum ein Kind etwas abgewinnen kann. Ein aufregendes Musical kommt da besser an!

Das Kindermusical: Worauf kommt es an?

Bunte Kostüme, tolle Musik mit verständlichen Texten, Tanz- und Showeinlagen – Kinder wollen unterhalten werden. Dabei sind ausgewiesene Kindermusicals nicht einmal nur für die Kleinsten gedacht, sondern auch für die Eltern durchaus spannend. Achten Sie bei der Auswahl des Musicals darauf, für welche Altersgruppe es angegeben ist – Kinder, die deutlich jünger sind, als die Empfehlung lautet, können meist mit der dargebotenen Geschichte wenig anfangen und langweilen sich schnell. Zumal Sie bedenken sollten, dass die Kleinen noch keine allzu lange Aufmerksamkeitsspanne haben. Je jünger die Kinder sind, desto weniger lange können sie sich konzentrieren. Achten Sie bei der Auswahl des Musicals daher unbedingt auch auf die Dauer der Vorstellung!

Sollten Sie ein Musical besuchen, das auf einem Film (z. B. bei Disney-Musicals) beruht, so können Sie von der Altersangabe des Films ausgehen und diese auch für das Musical als bindend betrachten. (#01)

Sollten Sie ein Musical besuchen, das auf einem Film (z. B. bei Disney-Musicals) beruht, so können Sie von der Altersangabe des Films ausgehen und diese auch für das Musical als bindend betrachten. (#01)

Ob Sie auf ein Musical setzen, dessen Geschichte die Kinder bereits kennen und bei der sie sich eine neue Version ansehen oder ob es eine gänzlich neue Story ist, spielt bei der Auswahl keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Kinder einen Bezug zu der Geschichte entwickeln können. Eventuell ist es daher sinnvoll, bereits im Vorfeld darüber zu sprechen, damit die Kleinen ungefähr wissen, worum es gehen wird.

Wann ist es Zeit für das erste Musical?

Hierbei gibt es keine eindeutige Empfehlung, aber es ist davon auszugehen, dass die Kleinen wenigstens drei Jahre alt sein sollten. Sie verstehen dann die Geschichte und können sich auch lange genug still verhalten, um die übrigen Besucher nicht zu stören. Denken Sie dabei auch, dass jedes Musical mit Licht- und Soundeffekten arbeitet: Kinder, die als hochsensibel gelten, sind damit schnell überfordert und reagieren gereizt oder fangen gar an zu weinen. Warten Sie in einem solchen Fall lieber etwas länger mit dem ersten Musicalbesuch.

Sollten Sie wissen, dass Ihr Kind nicht bis zur Pause warten kann, versuchen Sie, einen Platz am Gang zu bekommen. So können Sie noch schnell nach draußen gehen, wenn es für Ihr Kind zu viel wird – ohne die übrigen Besucher zu sehr zu stören.

Sie kennen Ihr Kind am besten: Richten Sie sich daher nicht nur nach den offiziellen Altersempfehlungen für den ersten Besuch, sondern schätzen Sie selbst ein, wann es soweit sein könnte. Die Empfehlungen bezüglich der Altersangabe für ein inhaltliches Verständnis berührt das aber nicht.

Hamburg ist nach New York und London der drittgrößte Musical-Standort weltweit. (#02)

Hamburg ist nach New York und London der drittgrößte Musical-Standort weltweit. (#02)

Welche Musicals kommen infrage? Drei Kindermusicals kurz vorgestellt

Die Auswahl an Kindermusicals ist groß und die Bandbreite reicht von Aufführungen, die speziell für ein Ensemble geschrieben wurden, bis hin zu solchen, die auf Basis eines Kinofilms umgesetzt werden.

  1. Besonders bekannt dürfte „Der König der Löwen“ sein. Das Musical gehört zu den „Stammmusicals“ in Hamburg und mischt aktuelle Popmusik von Elton John mit afrikanischen Rhythmen von Lebo M. Masken und Kostüme lassen den Besuch zu einem einzigartigen Erlebnis werden und sogar Kinder werden hier eine Gänsehaut bekommen. Erzählt wird die Geschichte von Simba, dem kleinen Löwen, der zahlreiche Abenteuer auf seinem Weg zum König erlebt. Die Regisseurin Julie Taymor fertigte ein meisterhaftes Bühnenwerk nach der Disney-Vorlage und durch die Melodien von Elton John sowie die Rhythmen von Lebo M ergibt sich eine einzigartige Kombination, die Kinder und ihre Eltern zu begeistern weiß.
  2. Popsongs, Humor, Romantik – das alles bei einem mitreißenden Tempo erzählt und durch erstklassige Gesangs- und Tanzeinlagen dargestellt, bietet „Aschenputtel – Das Musical“. Auch dieses eignet sich hervorragend für Kinder und lässt den Klassiker unter den Märchen wieder lebendig werden. Erleben können Sie das Musical in Deutschland ebenso wie in Österreich, die Darsteller wissen Kinder und erwachsene Besucher mitzureißen und in eine Welt aus Musik und märchenhaften Gestalten zu entführen. Bei der Umsetzung hielten sich Regisseur und Darsteller zwar an die Vorlage der Gebrüder Grimm, doch nur in groben Zügen. Alles ist moderner, lustiger und als Live-Event für die ganze Familie verpackt worden. Sogar Signierstunden sind nach der Vorstellung üblich, dazu können die Gäste die CD vom Musical direkt mit nach Hause nehmen.
  3. Wer kennt nicht die Abenteuer von Bibi Blocksberg, der kleinen Hexe? Auch ihr wurde nun mit Bibi Blocksberg: Hexen hexen überall ein Musical gewidmet, das selbst für die inzwischen erwachsenen Bibi-Fans durchaus sehens- und hörenswert ist. Es geht um den Welthexentag, der nach Neustadt kommt und um die Ideen, die Bibi für diesen großen Tag umsetzen möchte. Das Publikum wird hier mit einbezogen und darf/muss ebenfalls mitsingen und tanzen. Alle feiern zusammen und die Besucher können sogar im eigenen Hexenkostüm erscheinen! Somit eignet sich ein Besuch dieses Musicals sogar als Variante, einen Kindergeburtstag zu feiern. Das Musical tourt bereits seit 2015 durch Deutschland und Österreich und wird in 2018 seine letzten Vorstellungen halten.

Diese drei Musicals stellen nur eine kleine Auswahl dar und es gibt noch viele weitere Shows, die mit Kinder zu besuchen sind und die die Kleinen zu begeistern wissen. Auch Pinocchio, Der Zauberer von Oz oder Tarzan sind bestens geeignet, um Kinder für Kultur zu vereinnahmen.

Ausschnitte aus dem Musical König der Löwen 2011

Komplex oder einfach?

Je nach Alter des Kindes wächst der Anspruch, den das Musical stellen darf. Das heißt, komplexe Geschichten meist noch viel zu umfassend für die Jüngsten sind. Teilweise können sie der Bühnendarstellung zwar folgen, wenn sie die Story bereits im Vorfeld kennen oder erklärt bekommen. Doch nicht alle Musicals basieren auf Märchen oder bereits verfilmten Geschichten, die den Kindern somit über ein anderes Medium bereits vorab zugänglich gemacht werden können.

Ist die Story völlig neu, sollte sie nachvollziehbar und altersgemäß sein. Denn: Sie legen mit dem ersten Besuch den Grundstein dafür, wie das Kind später Kultur und Musicals gegenüber eingestellt sein wird. Findet es die Sache sterbenslangweilig und versteht den Inhalt nicht, wird es einem zweiten Besuch wenig aufgeschlossen gegenüberstehen. Ist die Story aber angepasst und hat das Kind Spaß, weil die Zuschauer vielleicht auch selbst mit einbezogen werden, sieht die Sache anders aus. Die Kleinen werden sich danach reißen, erneut in eine Vorführung zu dürfen!

„Shrek“ ist bestens für Kinder geeignet. (#03)

„Shrek“ ist bestens für Kinder geeignet. (#03)

Achten Sie daher bei der Auswahl darauf, dass die Thematik und natürlich auch die Darstellung auf Kinder zugeschnitten ist. Die „Rocky Horror Show“ ist nichts für Kleinkinder – umgekehrt können Sie als Eltern aber selbstverständlich ein Musical verkraften, das eigentlich für die Jüngsten gedacht ist. „Shrek“, „Aladin“ oder der bereits erwähnte „König der Löwen“ hingegen sind bestens geeignet, wenn Sie Ihre Kinder an Musicals heranführen wollen.

Den Besuch am besten vorbereiten

Sicherlich können Sie das Kind mit dem Besuch im Musical überraschen und es wird sich über den Ausflug freuen. Überrumpeln sollten Sie es allerdings nicht! Viele Kinder stehen Ausflügen ohnehin skeptisch gegenüber, weil sie großen Wert auf eine klare Struktur und Regelmäßigkeiten legen. Ein Ausflug ins Musical bedarf daher einer besonderen Vorbereitung! Erklären Sie in groben Zügen, worum es in der Geschichte geht und wie sich das Kind im Musical verhalten sollte. Achten Sie dabei darauf, dass kein großer Druck entsteht – nicht, dass das Kind nachher noch Angst hat, etwas falsch zu machen! Es soll sich wohlfühlen und den Besuch als etwas Angenehmes empfinden.

Besorgen Sie die Geschichte des Musicals als Buch oder Hörspiel, so kann Ihr Kind die Story kennenlernen und eventuell schon vorab Fragen dazu stellen. Besser, es ist gut vorbereitet und weiß, was es erwartet! Kinder sind wenig zurückhaltend und fragen zur Not auch während der Vorstellung nach, was die übrigen Besucher nicht begeistern wird.

Wichtig sind überdies die Gespräche nach der Vorstellung. Was hat den Kindern gefallen, was nicht? Hat es Fragen? Diese dürfen nicht offenbleiben, denn das Kind soll die Chance haben, das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten. Sicherlich hat Ihr Kind unzählige Fragen und möchte diese beantwortet haben. Eventuell ergibt sich nach der Show auch die Chance, die Stars des Musicals zu treffen und ihnen Fragen zu stellen, was oft im Rahmen einer Signierstunde möglich ist. Dies ist allerdings vom Alter der Kinder abhängig – sehr kleine Kinder sind mit diesem Angebot meist noch überfordert, weil sie sich gar nicht trauen, sich an die Darsteller direkt zu wenden.

Sicherlich hat Ihr Kind unzählige Fragen und möchte diese beantwortet haben. (#04)

Sicherlich hat Ihr Kind unzählige Fragen und möchte diese beantwortet haben. (#04)

Eigene Reaktionen beachten

Manche Eltern sind von einem Kindermusical nicht begeistert, es war zu kitschig, zu kindlich, zu laut. Versuchen Sie, eigene negative Eindrücke nicht auf die Kinder umzulegen! Denn diese nehmen sie als eigene an und der ganze Besuch und das eigentlich schöne Erlebnis werden durch eine schlechte Stimmung der Eltern vermiest. Das kann einem späteren Kulturerlebnis durchaus im Wege stehen oder dazu führen, dass die Kinder nicht mehr mit Ihnen, sondern lieber mit den Großeltern oder sogar gar nicht mehr ins Musical wollen.

Natürlich müssen Sie sich nicht verstellen und den Besuch nicht als toll bezeichnen, auch wenn es Ihnen rein gar nicht gefallen hat. Doch ein einfacher Hinweis darauf, dass die eine oder andere Sache vielleicht nicht wie erwartet war, reicht völlig aus. Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail und „zerpflücken“ Sie das Musical nicht. Ihr Kind soll seine eigenen Eindrücke sammeln und das Erlebnis selbst bewerten können.

Halten Sie es dazu an, die Eindrücke zu beschreiben und lassen Sie sich in jedem Fall erzählen, was dem Kind besonders gut gefallen hat. Die positiven Eindrücke sollten am Schluss der „Musicalbesprechung“ stehen. Auch dann, wenn der Besuch ein absoluter Reinfall war, sollte die Nachbesprechung damit enden, dass Sie sich ein weiteres Musical ansehen, das Sie und Ihr Kind dann mit dem vergangenen vergleichen können. So halten Sie das Kind weiter an Kultur und Musicals interessiert und lassen es dennoch kritisch mit den Vorführungen umgehen.


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