Schlaflieder und Wiegenlieder

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Ein Schlaflied oder Wiegenlied ist ein Abendlied, das Kindern meist vor dem Zu-Bett-Gehen vorgesungen wird. Eltern singen ruhige, langsame und einschläfernde Melodien mit sanftem Rhythmus, um Kinder zu beruhigen und ihnen das Einschlafen zu erleichtern.
Passend zum jeweiligen Schlaflied kann dabei das Kind sanft in der Wiege oder im Arm geschaukelt werden. Auch ein beruhigendes Streicheln über Köpfchen, Rücken oder Arme vermittelt dem Baby oder Kleinkind Geborgenheit und Nähe. Im Urlaub oder beim Übernachten an einem erstmals besuchten Ort begleitet das Schlaflied das Kind und gibt ihm Sicherheit in der noch unvertrauten Umgebung.

Schlaflieder geben Geborgenheit

Als vertrautes Abschiedsritual finden Kinder so leichter den Übergang vom Wachsein zum Schlafen. Die Texte vermitteln den Kleinen stets eine angenehme Stimmung: sie fühlen sich beschützt und sicher, morgen kommt ein neuer Tag, jetzt darf ich mich ausruhen.

Möchten Sie ihrem Kind ein Stück Geborgenheit mit in den Schlaf schicken? Hier eine kleine Sammlung wunderschöner einschlummernder Schlaflieder:

Schlaflied „Guten Abend, gute Nacht“ (nach Johannes Brahms)

Guten Abend, gute Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlüpf unter die Deck!

Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Schlaflied „Schlaf, Kindlein, schlaf!“

Schlaf, Kindlein, schlaf!
Der Vater hüt‘ die Schaf.
Die Mutter schüttelt’s Bäumelein,
da fällt herab ein Träumelein.
Schlaf, Kindlein, schlaf!

Schlaf, Kindlein, schlaf!
Am Himmel ziehen die Schaf.
Die Sterne sind die Lämmerlein,
der Mond, der ist das Schäferlein.
Schlaf, Kindlein, schlaf!

Schlaf, Kindlein, schlaf,
so schenk ich dir ein Schaf.
Mit einer goldnen Schelle fein,
das soll dein Spielgeselle sein.
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaflied „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ (nach Christian Morgenstern)

Schlaf, Kindlein, schlaf!
Es war einmal ein Schaf.

Das Schaf, das ward geschoren,
da hat das Schaf gefroren.

Da zog ein guter Mann
ihm seinen Mantel an.

Jetzt brauchts nicht mehr zu frieren,
kann froh herumspazieren.

Schlaf, Kindlein, schlaf!
Es war einmal ein Schaf.

Schlaflied „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ (nach Wilhelm Hey)

Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viel Wolken ziehen
weithin über alle Welt?
Gott, der Herr hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.

Weißt du, wie viel Mücklein spielen
in der heißen Sonnenglut?
Wie viel Fischlein sich auch kühlen
in der hellen Wasserflut?
Gott, der Herr, rief sie beim Namen,
dass sie all ins Leben kamen,
dass sie nun so fröhlich sind,
dass sie nun so fröhlich sind.

Weißt du, wie viel Kinder frühe
steh’n aus ihren Betten auf?
Dass sie ohne Sorg und Mühe
fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
seine Lust, sein Wohlgefallen,
kennt auch dich und hat dich lieb,
kennt auch dich und hat dich lieb.

Schlaflied „Der Mond ist aufgegangen“ (nach Matthias Claudius)

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen,
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
und in der Dämmrung Hülle,
so traulich und so hold.
Als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer,
verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil uns’re Augen sie nicht sehn.

So legt euch denn ihr Brüder
in Gottes Namen nieder.
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon‘ uns Gott mit Strafen
und laß uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbar auch.

Wer hat die schönsten Schäfchen? (Hoffmann von Fallersleben)

Wer hat die schönsten Schäfchen? Die hat der goldne Mond,
der hinter unsern Bäumen am Himmel droben wohnt.
Er kommt am späten Abend, wenn alles schlafen will,
Hervor aus seinem Hause zum Himmel leis‘ und still.
Dort weidet er die Schäfchen, auf seiner blauen Flur,
denn all die weißen Sterne sind seine Schäfchen nur.
Sie tun uns nichts zu Leide, hat eins das and’re gern,
Und Schwestern sind und Brüder da droben Stern an Stern.
Und soll ich dir eins bringen, so darfst du niemals schrein,
mußt freundlich wie die Schäfchen und wie der Schäfer sein.

Schlaflied „Die Blümelein, sie schlafen“

Die Blümelein, sie schlafen, schon längst im Mondenschein,
Sie nicken mit den Köpfchen, auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum. Er säuselt wie im Traum,
Schlafe, schlafe, schlaf ein mein Kindelein.

Die Vögelein, sie sangen so süss im Sonnenschein,
Sie sind zur Ruh’ gegangen, in ihre Nestchen klein.
Das Heimchen in dem Ährengrund, es tut allein sich kund.
Schlafe, schlafe, schlaf ein mein Kindelein.

Schlaflied „La-le-lu“

La-le-lu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Babies schlafen –
drum schlaf‘ auch du!

La-le-lu,
vor dem Bettchen steh’n zwei Schuh‘,
ja, sie sind bestimmt auch müde,
geh’n jetzt zur Ruh’!
Dann kommt auch der Sandmann
leis‘ tritt er ins Haus
sucht aus seinen Träumen
dir den schönsten aus!

La-le-lu,
tausend Sterne schau’n uns zu,
führen uns in’s Reich der Träume,
schlaf‘ nun auch du!

Schlaflied „Sternlein“ (Christina Telker)

Sieh den kleinen Stern dort funkeln
ganz allein am Himmelszelt.
Jedes Kind ob groß ob klein
kann ihn sehen auf der Welt.

Stille zieht er seine Bahnen
gibt auf deine Träume acht.
Hast du Kummer, sieh zum Sternlein
es bewacht dich in der Nacht.

Jedes Kind, es hat sein Sternlein
überall auf dieser Welt.
Nachts bringt er dir süße Träume
wünscht sich, dass es dir gefällt.

Sternlein geht mit dir auf Reisen
in ein Märchenwunderland.
Will dir dort so vieles zeigen
nimmt dich sachte bei der Hand.

Und geht dann die Nacht zu Ende
sagt es leis „Aufwiedersehn“
Doch am nächsten Abend, glaub mir
wird’s für dich am Himmel stehn.

Schlaflied „Die Bienchen“ (nach D. Jöcker)

Wisst ihr, was die Bienchen träumen in ihrem Bienenhaus?
Sie träumen von Blumen und Honigduft,
und wie sie fliegenn in hoher Luft
Summ, summ, summ,
summ, summ, summ.

Wisst ihr, was die Vögelein träumen in ihrem weichen Nest?
Sie träumen von Sommer und Sonnenschein,
von Würmern und von Käferlein.
Piep, piep, piep,
piep, piep, piep.

Wisst ihr, was die Fröschlein träumen im Mondenschein am See?
Sie träumen, dass jeder auf dieser Welt
sie für die besten Sänger hält.
Quak, quak, quak,
quak, quak, quak.

Wisst ihr, was die Eulen träumen, wenn es ganz dunkel ist?
Sie träumen am Tage, nicht in der Nacht.
Wenn alle schlafen, dann rufen sie sacht:
„Uhu, uhu, uhu,
uhu, uhu, uhu.“


Bildnachweis: © freeimages.com – Åge Hausken

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Über Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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