Kinderwagen Test 2019: Welche Testergebnisse stimmen?

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Ob Buggy oder Kinderwagen: Eltern stehen vor dem Erstkauf vor einem Rätsel. Der Kinderwagen Test soll Aufschluss geben, hilft aber meist nur bedingt weiter.

Kinderwagen Test: Günstig ist gleich gut?

In vielen Bereichen des täglichen Lebens muss es nicht das teuerste Produkt sein, das wirklich gut ist. Der Kinderwagen Test hat in 2019 ebenfalls gezeigt, dass es durchaus erschwingliche Modelle jenseits der 1000 Euro gibt, die empfehlenswert sind. Dabei wurden von Stiftung Warentests sämtliche Kinderwagen auf diese Punkte hin genauestens überprüft:

  • Ist das Modell kindgerecht?
    Hierbei ging es im Test darum, ob der Kinderwagen bequem ist und ob das Baby dort drin genügend Platz hat. Viele Modelle sind zu schmal, daher ist dies ein wichtiger Aspekt. Daran lässt sich festmachen, wie lange der Wagen genutzt werden kann. Außerdem ist beim Test wichtig gewesen, ob der Kombikinderwagen bzw. der Buggy wirklich rückenschonend für die Kleinsten ist.
  • Lässt sich das Modell leicht handhaben?
    Ein Kinderwagen muss im Alltag bestehen können, daher ist es wichtig, dass er sich leicht schieben und anbremsen lässt, dass er gut zusammengefaltet werden kann und dass er auch bei schnellem Fahren kippsicher ist. Ein Test zeigt es.
  • Wie steht es um die Haltbarkeit?
    Das verwendete Material des Wagens muss ausreichend belastbar sein. Das ist vor allem für die Eltern wichtig, die mehr als ein Kind mit ihrem Lieblingskinderwagen schieben wollen und die ihn demzufolge viele Jahre lang nutzen werden.
  • Was ist mit der Sicherheit und sind Schadstoffe enthalten?
    Im Test wurde überprüft, ob am Kinderwagen eine Verletzungsgefahr für Babys und Kleinkinder besteht und ob gesundheitsschädliche Substanzen im Material, in Bezügen und Griffen zu finden waren.

Das Aussehen spielte im Test eine eher untergeordnete Rolle, denn diese ist bekanntlich Geschmackssache. Viel wichtiger ist, dass der Kinderwagen die Gesundheit von Kind und Eltern nicht beeinträchtigt, dass keine Verletzungsgefahr besteht und dass sich der Wagen im Alltag einfach als praktisch erweist. Ein Vergleich zeigt hier deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen.

Video: Kinderwagen Vergleich im Fachgeschäft – Was sagt der Experte?

Kinderwagen Test: Wie aussagekräftig ist er?

Den Ergebnissen von Stiftung Warentest wird in der Regel große Bedeutung beigemessen. Verbraucher orientieren sich daran und wägen ihre Kaufentscheidung ab. Was wird für gut befunden und wovon sollte man lieber die Finger lassen? Wichtig dabei ist aber immer, welche Kriterien hier überprüft werden und ob diese für jeden Einzelnen tatsächlich relevant sind. Ein Beispiel beim Kinderwagen Test: Geschwisterwagen sind für diejenigen völlig uninteressant, die nur ein Kind haben und bei denen der Fall wirklich nicht eintreten wird, dass sie zwei Kinder damit transportieren werden. Abgesehen von der Relevanz für jeden Einzelnen stehen die Ergebnisse der Testorganisation aber auch immer wieder in der Kritik.

Teilweise wird Produkten bescheinigt, dass sie nicht verkehrsfähig seien. So unlängst geschehen mit einem Spielzeug der Firma „Gollnest & Kiesel“, bei der eine Holzente wegen eines angeblich belasteten Gummistücks nicht babytauglich gewesen sein soll. Und das, obwohl in externen Labors die Unbedenklichkeit dieser Holzente bescheinigt worden war. Experten sind hier der Meinung, dass die Gefahr für Kinder nur theoretisch bestünde, denn praktisch hätten sie keinerlei Chance, an dieses Gummistück heranzukommen. Die Schnur liegt nämlich im Inneren des Spielzeugs und kein Baby ist in der Lage, eine Ente aus Holz so zu zertrümmern, dass es an diese Schnur herankommt.

Ein Beispiel beim Kinderwagen Test: Geschwisterwagen sind für diejenigen völlig uninteressant, die nur ein Kind haben und bei denen der Fall wirklich nicht eintreten wird, dass sie zwei Kinder damit transportieren werden.

Ein Beispiel beim Kinderwagen Test: Geschwisterwagen sind für diejenigen völlig uninteressant, die nur ein Kind haben und bei denen der Fall wirklich nicht eintreten wird, dass sie zwei Kinder damit transportieren werden. (#01)

Dennoch vertrauen die Verbraucher auf die sogenannten Produktwächter mit Sitz in Berlin. Die Testorganisation gibt es seit mittlerweile 50 Jahren und sie gilt als unabhängiges Prüfinstitut ohne nachweisbare Makel oder Skandale. Gerade vor größeren Anschaffungen suchen die meisten Menschen Rat bei dieser Einrichtung. Doch in jüngster Zeit hat die Testorganisation ziemlich viel an Vertrauen eingebüßt. Der Grund ist, dass viele Tests nicht mehr nachvollziehbar sind und dass sie vor allem den Bezug zur Realität verloren haben. Werden Produkte wegen möglicher Sicherheitsmängel abgestraft, so sollten diese Mängel auch für den Verbraucher nachvollziehbar und nicht nur theoretisch vorhanden sein.

Kritiker sind der Meinung, dass die Tester Gefahren gern aufbauschen, was die Hersteller nicht selten riesige Summen kostet. Denn diese nehmen ihre Produkte nicht selten aus den Regalen, weil sich die Testergebnisse in rasender Geschwindigkeit durch das Netz verbreiten und die Zielgruppe vom Kauf zurückschreckt. Auf etwaige falsche Beurteilungen hin angesprochen, nimmt die Organisatioin natürlich Stellung und wiegelt ab.

Sie zweifelt eigene Ergebnisse nicht an, relativiert diese vielleicht ein bisschen und weist auf angebliche Zahlen aus Untersuchungen hin. Michael Braungart, seines Zeichens nach wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts, unterstellt den Profi-Testern mittlerweile, dass sie scheinbar willkürlich skandalisieren würden und damit unberechtigt Ängste unter den Verbrauchern schüren würden. Schon geringste Schadstofffunde würden zu riesigen Gefahren aufgeblasen und das, obwohl die Stoffe gar nicht in wirklich gesundheitsgefährdender Menge im betreffenden Produkt vorkommen würden. Sicherlich spielen hier die sozialen Medien eine Rolle, in denen Skandale deutlich zugespitzt werden und bei denen mit jedem Teilen eines Beitrags eine noch größere Gefahr vorhanden sein könnte.

Kritiker sind allerdings der Meinung, dass es zur Sorgfaltspflicht der Stiftung Warentest gehören müsste: Erst korrekt prüfen, dann das Ergebnis des Tests veröffentlichen! Und auch bitte in einer Art und Weise prüfen, die nachvollziehbar ist und den tatsächlichen Gebrauch des Produkts berücksichtigt.

Kinderwagen Test: Erst korrekt prüfen, dann das Ergebnis des Tests veröffentlichen!

Kinderwagen Test: Erst korrekt prüfen, dann das Ergebnis des Tests veröffentlichen! (#03)

Kinderwagen Test: Neue oder gebrauchte Wagenmodelle kaufen?

Manche Eltern wollen aus Kostengründen lieber gebrauchte Kinderwagen kaufen. Diese bieten eventuell einen weiteren Vorteil: Sie haben in einem früheren Test vielleicht besser abgeschnitten als aktuelle Modelle. Dafür kann es aber sein, dass die Entwicklung beim Kombikinderwagen deutlich weiter gegangen ist und moderne Modelle über einen größeren Komfort verfügen. Nun stellt sich die Frage, ob es ein neuer Kinderwagen sein sollte oder doch lieber ein gebrauchter? Zu berücksichtigen ist dabei vor allem Folgendes:

  • Ist das Wagenmodell nur für ein Kind gedacht oder wird er später für geplante Geschwisterkinder benötigt?
  • Welche Ansprüche haben die Eltern, was soll der Buggy oder Kombikinderwagen mitbringen?
  • Gibt es bestimmte Modelle, die gar nicht infrage kommen?
  • Soll ein ganz bestimmtes Design gewählt werden?

Die im aktuellen Test überprüften Kinderwagen sind teilweise noch gar nicht als gebrauchte Modelle erhältlich und wenn, dann ist der Preisunterschied zum neuen Wagenmodell oft nur sehr gering. Ein neuer Kinderwagen hat durchaus seine Vorteile, denn er ist komplett neu, ohne Reparaturen oder Abnutzungserscheinungen, die berücksichtigt werden müssen.

Verschleißerscheinungen treten häufig zuerst an den Federn und Rädern auf, solche können die Funktion sowie den Komfort für das Baby einschränken. Neue Modelle müssen auch nicht zwangsläufig sehr teuer sein, denn oftmals bringen die Hersteller die Ausführungen aus der letzten Saison günstiger auf den Markt.

Video: TOP 10 KINDERWAGEN 2018 👶 Kinderwagen Test 2018 👶 Gute Kinderwagen kaufen 👶 Kinderwagen Kaufberatung

Doch auch ein gebrauchter Wagen hat durchaus einige Vorzüge zu bieten. Er ist in erster Linie deutlich günstiger als ein Neu-Kinderwagen, außerdem wird er oft mit sämtlichem Zubehör angeboten. Bei einem neuen Modell erhöht das Zubehör den Preis deutlich.

Der neue Kinderwagen kommt infrage, wenn er für mehrere Geschwisterkinder genutzt werden soll oder wenn ein ganz bestimmtes Design gewünscht ist. Auch dann, wenn Eltern absolut auf Nummer sicher gehen wollen, was einen eventuellen Verschleiß angeht, ist der Neu-Kinderwagen die beste Wahl.

Ergebnisse aus dem Test: Kinderwagen mit Preisen

Die von Stiftung Warentest unter die Lupe genommenen Kinderwagen konnten sich wie folgt platzieren:

Rang Modell Preis neu Preis gebraucht
1 Hauck Saturn R Duoset 399 Euro ab ca. 190 Euro
2 ABC Design Salsa 4 700 Euro ab ca. 250 Euro
3 Bugaboo Fox 1150 Euro ab ca. 800 Euro
4 Joolz Day 3 900 Euro ab ca. 580 Euro
5 Joolz Geo 2 1000 Euro ab ca. 740 Euro
6 Kinderkraft Moov 260 Euro ab ca. 120 Euro
7 Cybex Priam 799 Euro ab ca. 650 Euro
8 Peg Perego Ypsi Combo 490 Euro ab ca. 350 Euro
9 ABC Design Zoom 580 Euro ab ca. 225 Euro
10 Bugaboo Donkey 2 Mono 1183 Euro ab ca. 600 Euro
11 Froggy Magica 172 Euro ab ca. 80 Euro
12 Babyone T-Light 299 Euro an ca. 125 Euro

Diese Preise sind nur ungefähre Anhaltspunkte. Ein genauer Vergleich ist vor dem Kauf unbedingt empfehlenswert! Gerade bei neu auf den Markt gekommenen Wagen wie dem Bugaboo Fox sind auch die gebrauchten noch nicht besonders günstig, daher lohnt sich hier eher der Kauf eines anderen, dafür neuen Modells. Interessant ist, dass sich auf dem ersten Rang ein Wagen platzieren konnte, der wirklich preisgünstig ist und sogar deutlich unter 500 Euro liegt. Dies zeigt, dass es Mängel auch bei teuren Kinderwagen gibt und dass allein der Preis nicht ausschlaggebend für den Kauf sein darf. Zum Vergleich sollten daher die einzelnen Kaufkriterien wie Sicherheit, Design und Haltbarkeit unbedingt hinzugezogen werden.

Kinderwagen im Test: Am besten selbst vor dem Kauf einen Test auf Sicherheit und Nutzung durchführen!

Kinderwagen im Test: Am besten selbst vor dem Kauf einen Test auf Sicherheit und Nutzung durchführen! (#02)

Darauf kommt es beim Kauf von Kombikinderwagen und Buggy an

Die Vorstellung der besten Kinderwagenmodelle ist eine Sache. Doch wichtig ist erst einmal, dass Eltern wissen müssen, worauf es eigentlich ankommt. Die folgenden Anhaltspunkte sind für einen Vergleich der Modelle wichtig:

  • Größe
    Ein Kinderwagen muss ausreichend breit sein und eine angemessene Liegefläche bieten. Gut sind Modelle, die wenigstens 40 x 80 cm als Matratzenmaß haben. Außerdem muss der Wagen natürlich in den Kofferraum des Autos passen!
  • Handhabung
    Wichtiger als ein tolles Design: Praktisch muss das gewählte Modell sein!
  • Gewicht
    Beim bloßen Schieben spielt das Gewicht des Wagens kaum eine Rolle. Muss er aber in den Kofferraum gehoben oder ständig Treppen nach oben getragen werden, ist es sehr wohl wichtig.
  • Hartschale und Tragetasche
    Tragetaschen sind praktisch, bieten aber weniger Platz. Hartschalen eignen sich bis zum Alter von ca. sechs Monaten, können aber schwerer herausgenommen werden.
  • Anwendungskomfort
    Das Modell muss praktisch sein. Ein kleiner Wendekreis ist vor allem in der Stadt wichtig, außerdem soll sich der Kinderwagen leicht schieben und drehen lassen. Wer damit sportlich unterwegs sein möchte, wählt einen Jogger mit schwenkbarem Vorderrad.
  • Matratze
    Unbedingt auf Schadstofffreiheit achten!
  • Bequemer Sitz
    Beim Buggy wichtig: Das Kleine soll bequem sitzen können. Das heißt, dass sich die Rückenlehne in eine entsprechende Position stellen lassen muss, sie ist bestenfalls in mehreren Stufen verstellbar.

Dies stellt nur einen Auszug aus möglichen Kriterien für den Kauf dar. Wichtig sind auch noch gut funktionierende Bremsen, eine gute Federung und ein verstellbarer Griff. Sehr praktisch ist, wenn die Schieberichtung verstellbar ist und wenn zum Umfang des Zubehörs Regenpelerine und Sonnenschutz dazugehören. Außerdem: Am besten selbst vor dem Kauf einen Test auf Sicherheit und Nutzung durchführen!


Bildnachweis: © Shutterstock – Titelbild: Denys – #01: Blazej Lyjak – #02: PH888 – #03: Olga Sapegina

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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